PRESSE

DKG zum Zukunftsforum Krankenhaus

Extremer Spardruck verhindert Aufbau krisenfester Krankenhausstrukturen

Mit ihrem Zukunftsforum Krankenhaus in Berlin hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Frage in den Mittelpunkt gestellt, wie resilient und krisenfest ein Gesundheitssystem unter massivem wirtschaftlichem Druck überhaupt noch sein kann. Dabei wurde deutlich: Unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden die deutschen Krankenhäuser nicht in der Lage sein, sich ausreichend resilient und krisenfest aufzustellen. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß:

„Die massiven Einschnitte, die die Bundesregierung mit ihrem aktuellen Sparpaket vorantreibt, nehmen den Krankenhäusern jeden Handlungsspielraum, um sich mit Zukunfts- und Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen. Bereits heute arbeitet ein Großteil der Krankenhäuser defizitär. Die zusätzlich vorgesehenen Kürzungen in Höhe von knapp 30 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 sowie die laufende Krankenhausreforme werden weitere Häuser in die wirtschaftliche Schieflage und in Insolvenzen treiben.

Selbst die Krankenhäuser, die unter diesen Bedingungen überleben, werden gezwungen sein, sich ausschließlich auf das unmittelbare Kerngeschäft der medizinischen Versorgung im Regelbetrieb zu konzentrieren. Es fehlt den Geschäftsführungen ebenso wie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Zeit, Personal und finanziellen Ressourcen, um sich mit zentralen Fragen der Krisenvorsorge zu befassen. Dabei zeigen die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die zunehmenden hybriden Bedrohungen deutlich, dass Deutschland dringend widerstandsfähigere Krankenhausstrukturen benötigt. Tatsächlich sind die Krankenhäuser weder auf Cyberangriffe noch auf mögliche militärische Krisenszenarien ausreichend vorbereitet.

Ein Gutachten des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) und des Institute for Health Care Business (hcb) hat ergeben, dass allein für die notwendige Cybersicherheit der Krankenhäuser Investitionen von mehr als 2,8 Milliarden Euro erforderlich wären. Um Krankenhäuser auf Verteidigungs- und Krisenlagen vorzubereiten, wären über Jahre hinweg sogar Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe notwendig.

Doch anstatt diese dringend erforderlichen Mittel endlich bereitzustellen, wird den Krankenhäusern sogar Geld entzogen. Die Bundesregierung muss deshalb jetzt Klarheit schaffen: Entweder sie erklärt offen, dass die Resilienz der Krankenhausversorgung derzeit keine politische Priorität besitzt, oder sie leitet einen entschlossenen Kurswechsel ein. Wer einerseits davon spricht, Deutschland krisenfest machen zu wollen, andererseits aber der kritischen Infrastruktur Krankenhaus systematisch Mittel entzieht, handelt widersprüchlich und täuscht die Bürgerinnen und Bürger über den tatsächlichen Zustand der Krisenfestigkeit der Gesundheitsversorgung und der Krisenvorbereitung in Deutschland.“

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