PRESSE

DKG zu den Zahlen zur Hitze-Übersterblichkeit

Kliniken fordern Investitionen in gekühlte Krankenzimmer

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert angesichts der alarmierenden Zahlen zur hitzebedingten Übersterblichkeit aus dem Robert-Koch-Institut und dem Statistischen Bundesamt entschiedene Schritte, um Krankenhäuser an den Klimawandel und zunehmende Hitzeperioden anpassen zu können. Dabei geht es auch um die Kühlung von Patientenzimmern, die in deutschen Krankenhäusern die Ausnahme ist. Die DKG erkennt hier erheblichen Nachholbedarf und sieht sich in ihrer Forderung nach einem umfangreichen Klima-Investitionsprogramm bestätigt. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß: 

„Die jüngst veröffentlichten Zahlen zur Übersterblichkeit im Juni sind dramatisch. Schon die Daten des Statistischen Bundesamtes haben einen eindeutigen Zusammenhang mit der extremen Hitze in den letzten zehn Tagen des Monats Juni hergestellt. Um es klar und deutlich zu benennen: In Deutschland sterben Menschen wegen einer Hitze, vor der sie niemand schützt. Jetzt bestätigt das Robert-Koch-Institut die Kausalität noch einmal. 

Unter dieser Hitze leiden die Patientinnen und Patienten der Krankenhäuser noch einmal mehr als gesunde Menschen. Diese Zahlen sind ein unüberhörbares Alarmsignal an die Politik, nun endlich Schritte zu unternehmen, um Krankenhäuser mit Kühltechnik auszustatten. Nur 38 Prozent der Krankenhäuser verfügen über gekühlte Patientenzimmer, so eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts, doch noch nicht einmal in diesen 38 Prozent sind tatsächlich alle Zimmer gekühlt. Der Anteil der gekühlten Krankenzimmer in allen deutschen Krankenhäusern liegt weit unter diesem Wert. Fast alle Krankenhäuser geben in derselben Studie an, dass es die ausbleibende Investitionskostenfinanzierung ist, die entsprechende Nachrüstung verhindert. Seit Jahrzehnten verweigern sich die Länder ihrer Pflicht, die Investitionskosten der Krankenhäuser in tatsächlicher Höhe zu tragen. Statt in Kühltechnik fließt das wenige Geld daher zuerst in Geräte, die zur unmittelbaren Versorgung notwendig sind, sowie in unverzichtbare Bauarbeiten. Wer einmal während einer Hitzeperiode im Krankenhaus war, weiß, dass es nur mit Verschattung, Ventilatoren und anderen Improvisationen nicht weitergehen kann. Gerade kranke und vulnerable Menschen sind von Hitze besonders stark betroffen. Zudem können wir auch den Beschäftigten der Krankenhäuser, die unabhängig von den Temperaturen jeden Tag dieselbe Leistung erbringen müssen, die ihre Arbeitszeit nicht in kühlere Stunden verlegen und auch nicht ins Hitzefrei gehen können, solche überhitzten Arbeitsplätze nicht mehr zumuten. Wir haben schon im vergangenen Jahr auf Basis einer wissenschaftlichen Untersuchung über den Finanzierungsbedarf ein Klima-Investitionsprogramm für die Kliniken in Höhe von 31 Milliarden Euro vorgeschlagen, das auch Kühltechnik mit einschließt. Angesichts zunehmender, längerer und heftigerer Hitzeperioden mit immer mehr Todesopfern kann die Politik die Kühlungs-Problematik im Krankenhaus nicht weiter ignorieren.“

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