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DKG zum neuen Krankenhaus-Konjunkturbarometer

Krankenhäuser schlagen Alarm: Geschäftsklima auf historischem Tief

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland hat sich dramatisch verschärft. Das zeigt das neue Krankenhaus-Konjunkturbarometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Mit einem Geschäftsklima-Saldo von minus 63 erreichen die Kliniken einen historischen Tiefstand und liegen deutlich schlechter als nahezu alle anderen Wirtschaftsbereiche in Deutschland.

74 Prozent der Krankenhäuser bewerten ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als unbefriedigend. Bei großen Häusern ab 600 Betten sind es sogar 95 Prozent. Für die kommenden sechs Monate erwarten 59 Prozent der Krankenhäuser eine weitere Verschlechterung ihrer Lage, in ländlichen Regionen sogar bis zu 79 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, warnt eindringlich vor den Folgen dieser Entwicklung:

„Während andere Branchen im einstelligen Minusbereich liegen, stehen Krankenhäuser mit minus 63 dramatisch schlechter da als nahezu jeder andere Wirtschaftszweig. Ein solcher Geschäftsklimaindex ist kein Warnsignal mehr – das ist ein wirtschaftlicher Notruf der Krankenhäuser.“

Im Vergleich zu den vom ifo-Institut erfassten Wirtschaftsbereichen fällt die Situation der Krankenhäuser besonders drastisch aus. Während der ifo-Geschäftsklimaindex branchenübergreifend zuletzt Werte zwischen minus 7 und minus 11 auswies, liegt der Krankenhaussektor mit minus 63 weit darunter. Besonders kritisch ist die Lage in großen Kliniken und in dünn besiedelten ländlichen Regionen.

Auch die Liquidität vieler Krankenhäuser ist massiv angespannt. Nur neun Prozent der Häuser können ihre laufenden Betriebsausgaben dauerhaft aus eigenen liquiden Mitteln finanzieren. Bei den übrigen Krankenhäusern reicht die Liquidität im Median lediglich für sechs Wochen Betrieb.

„Es geht längst nicht mehr um Klagen über schwierige Rahmenbedingungen, sondern um die nackte wirtschaftliche Existenz vieler Kliniken“, so Gaß weiter. „Die Liquidität vieler Krankenhäuser reicht heute kaum noch für wenige Wochen. Da stellt sich ernsthaft die Frage, wie manche Kliniken Ende des Jahres beispielsweise Weihnachtsgeld bezahlen sollen. Eine solche Liquiditätsreserve von wenigen Wochen ermöglicht kein normales Wirtschaften mehr, sondern führt zu einem reinen Überlebenskampf.“

Besonders alarmierend ist zudem, dass die Befragung noch vor Bekanntwerden der aktuellen Sparpläne der Bundesregierung durchgeführt worden ist.

„Diese Befragung entstand noch bevor das volle Ausmaß der Sparpläne der Bundesregierung wirklich vollauf bewusst wurde. Nicht umsonst werden jetzt die Proteste in den Kliniken landauf landab immer lauter. Diese Proteste sind keine Besitzstandswahrung. Die Beschäftigten kämpfen darum, die Versorgung der Patientinnen und Patienten überhaupt noch sicherstellen zu können.“

Die DKG fordert die Bundesregierung deshalb zu schnellem Handeln auf.

„Die Politik muss endlich aufwachen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert eine strukturelle Gefährdung der Krankenhausversorgung in Deutschland“, erklärt Gaß.

Das Krankenhaus-Konjunkturbarometer wurde im April 2026 erstmals als repräsentative Befragung unter 185 Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten durchgeführt. Es soll künftig regelmäßig als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung im Krankenhaussektor dienen.

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