25 jähriger alkohohlkranker Mann

Ein 25-jähriger alkoholkranker Patient wurde erstmals zur qualifizierten Entzugsbehandlung stationär aufgenommen. Gründe für eine längere, über 21 Tage hinausgehende, stationäre Behandlung ergaben sich durch die komplizierende emotionale Instabilität und die unreifen und selbstunsicheren Persönlichkeitsanteile des Patienten. Im klinischen Alltag zeigte sich eine daraus resultierende mangelnde Selbstfürsorge und fehlende Tagesstruktur. Im Rahmen des geschützten Umfeldes der Station gelang es dem Patienten erst mit der Zeit, eine eindeutige Abstinenzmotivation zu formulieren und eine tragfähige Behandlungsperspektive zu entwickeln. Schwierig gestaltete sich die Behandlung auch aufgrund des Migrationshintergrundes des Patienten und der nur geringen Deutschkenntnisse. Vor diesem Hintergrund hätte eine vorzeitige Entlassung eine erneute Krankheitsphase und erneute stationäre Aufnahme provoziert. Eine direkte Entlassung in die Reha-Klinik war daher aus Sicht der Klinik zum Schutze der Patienten dringend indiziert, jedoch wegen der lange ausstehenden Kostenzusage nicht realisierbar. Entsprechend der Bewertung im MDK-Gutachten hätte der Patient übergangsweise durch die Strukturen der ambulanten Suchthilfe betreut werden können, ggf. auch mit der Option der Wiederaufnahme zur Entgiftung bei vorhandenem Langzeittherapieplatz. Daher hat der MDK eine frühere Entlassung für möglich gehalten und 72 Tage gestrichen. Die Rechnung wurde um 18.838,47 Euro gekürzt.  
 

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