|
Die wirtschaftliche Lage der Kliniken in Deutschland ist so schlecht wie nie zuvor. Das ist das zentrale Ergebnis des Krankenhaus Rating Reports 2025 und es ist zugleich das Ergebnis einer verfehlten Krankenhauspolitik der vergangenen Jahre.
2023 haben 43 Prozent der Krankenhäuser ein negatives Finanzergebnis verzeichnet. 2020 lag dieser Anteil noch bei 22 Prozent. Dieser dramatische Anstieg ist kein Zufall. Insbesondere der unterlassene Inflationsausgleich in der letzten Legislaturperiode hat den Krankenhäusern finanziell den Boden unter den Füßen weggezogen. Jahr für Jahr wurden die Kosten höher, ohne dass die Refinanzierung Schritt gehalten hätte. Das hat viele Häuser systematisch in die wirtschaftliche Schieflage getrieben.
Deshalb ist es jetzt entscheidend, dass die neue Bundesregierung und die neue Bundesgesundheitsministerin mit den vier Milliarden Euro Sofort-Transformationskosten ein klares Signal gesendet hat: Die wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser muss jetzt Priorität haben. Warten ist keine Option mehr – es geht um nicht weniger als die flächendeckende Versorgung in unserem Land.
Doch wirtschaftliche Soforthilfe allein reicht nicht. Wir brauchen zum einen eine umgehende Entbürokratisierungsoffensive, auch die war uns in den letzten Jahren versprochen, nur den Worten folgten keine Taten. Und zum anderen braucht die geplante Krankenhausreform dringend eine grundlegende Überarbeitung. Ja, wir brauchen eine Strukturreform – sie ist Voraussetzung dafür, dass Kliniken in eine sichere Zukunft geführt werden können und die Versorgung auch morgen noch gewährleistet ist. Aber die jetzige Reform wird wegen Konstruktionsmängeln das Gegenteil erreichen.
Die geplante Vorhaltefinanzierung wird ihrem Namen nicht gerecht. Sie soll Sicherheit bringen – tatsächlich schafft sie neue Unsicherheit. Ihre Fallzahlabhängigkeit, ihre Fehlanreize und ihre unklare Steuerung gefährden am Ende die Versorgung, die sie eigentlich schützen soll.
Grundsätzlich stimmt die Analyse der Autorinnen und Autoren des Reports: Echte Strukturveränderungen können die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser verbessern. Aber dafür müssen die Stellschrauben richtig justiert werden. Im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz ist bislang das Gegenteil der Fall.
|