|
Immer mehr Menschen sorgen sich um die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland, fordern Reformen, zweifeln aber an den aktuellen Reformplänen des Bundesgesundheitsministers. Das ist das Ergebnis des FAZ-Monatsberichts des Allensbach-Instituts.
Der Umfrage zufolge wächst die Unzufriedenheit der Menschen mit der Versorgungsrealität stetig und gefährdet zunehmend das Vertrauen in Demokratie und Institutionen. Bezieht sich aktuelle Unzufriedenheit vor allem auf die wegbrechende Versorgung im niedergelassenen Sektor, auf überlange Wartezeiten auf einen Termin, auf Praxen, die keine neuen Patienten annehmen und auf Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln, besorgt die Menschen bei der Krankenhausversorgung die Zukunft. Immer mehr erleben, dass ihr Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste. Dies betrifft vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Regionen. Das politische Versprechen der gleichwertigen Lebensbedingungen in Stadt und Land ist zunehmend gefährdet. Einer Mehrheit ist die wohnortnahe Krankenhaus-Versorgung sehr wichtig. Die Erhebung zeigt aber auch, dass die Menschen bereit für Veränderungen sind, wenn sie transparent und gut kommuniziert werden.
Zwei Drittel halten Reformen im Gesundheitssystem für notwendig, gleichzeitig bezeichnet mehr als die Hälfte die aktuellen Pläne und Reformen für unzureichend. Neben der Krankenhausstruktur steht dabei der Personalmangel im Fokus. Eine konsequente Entbürokratisierung und weniger Dokumentationspflichten seien hier dringend notwendig, so die Befragten. Die Patientinnen und Patienten sind sich mit den Ärztinnen und Ärzten, den Pflegekräften und auch der DKG einig, dass die stundenlangen täglichen Schreibtätigkeiten dringend reduziert werden müssen, damit die medizinischen und pflegerischen Beschäftigten wieder mehr Zeit im OP und am Krankenbett verbringen können.
Der Bericht erschien am 25. Juli in der FAZ und liegt online hinter einer Bezahlschranke. Das Allensbach-Institut wird die Studie möglicherweise demnächst auf seiner Website veröffentlichen.
|