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Eine Delegation von H+ Die Spitäler der Schweiz hat zu Beginn dieser Woche die DKG-Geschäftsstelle in Berlin besucht. H+ ist die Schwesterorganisation der DKG in der Schweiz, der Spitzenverband der öffentlichen und privaten Schweizer Krankenhäuser. Geleitet wurde die Delegation von H+-Präsidentin Regine Sauter, Mitglied des Schweizer Nationalrats, und H+-Direktorin Anne Geneviève Bütikofer.
Die Gesundheitssysteme in der Schweiz und in Deutschland haben viele Gemeinsamkeiten. Die Trägerschaft der Krankenhäuser ist ähnlich wie in Deutschland gemischt, finanziert werden die Kliniken aus den Beiträgen der verpflichtenden Krankenversicherung und öffentlichen Zuschlägen.
Wenig überraschend interessierten sich die Schweizer Kolleg*innen besonders für die aktuellen Entwicklungen zum Thema Krankenhausreform in Deutschland. Nach ausführlicher Diskussion, insbesondere zum in der Krankenhausreform vorgesehenen Vorhaltefinanzierungskonzept, resümierte ein Schweizer Delegationsteilnehmer: "Ihr seid uns voraus, aber auf dem falschen Weg".
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs zwischen den H+- und DKG-Kolleg*innen war das Thema Qualitätssicherung. In der Schweiz steht eine Bundesratsentscheidung über die Genehmigung eines von H+ und Versichertenverbänden ausgehandelten Qualitätsvertrags an. In diesem wurden Regeln für eine verbindliche, einheitliche und transparente Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken vereinbart. Deutschland steht bekanntlich vor der Umsetzung des Krankenhaustransparenzgesetzes.
Außerdem von großem Interesse der Schweizer Delegation waren die aktuellen Bestrebungen auf deutscher (Digitalgesetz, Gesundheitsdatenutzungsgesetz) und europäischer Ebene (Europäischer Raum für Gesundheitsdaten), das Gesundheitssystem weiter zu digitalisieren. Die Vorstellung eines neuen Pauschalensystems zur Abrechnung ambulanter Leistungen in der Schweiz war wiederum für die DKG-Teilnehmer*innen von großem Interesse.
Die vielen Gemeinsamkeiten machen den Austausch lohnend, da beide Systeme vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Die zukünftige Finanzierung des Gesundheitssystems angesichts demografischen Wandels, Fachkräftemangels und Klimawandels sind in beiden Ländern ähnlich herausfordernd. In der Schweiz sind zudem im Juni zwei Volksabstimmungen mit potenziell immensen Auswirkungen auf das Gesundheitssystem angesetzt: - Eine sogenannte „Kostenbremse-Initiative“ mit dem Ziel, Beiträge zur Krankenversicherung an das Wirtschaftswachstum zu koppeln und entsprechend zu deckeln, sowie
- eine „Prämien-Entlastungs-Initiative“ mit dem Ziel, die Krankenversicherungsprämien zu deckeln und das Gesundheitssystem stärker über Steuern zu finanzieren.
Bereits 2022 hatte die DKG-Kommission "Europa und internationales Krankenhauswesen" bei einer Studienreise in die Schweiz unter anderem H+ besucht und bei dieser Gelegenheit die Kolleg*innen zum Gegenbesuch nach Berlin eingeladen. Auch im Qualitätsbereich ist der Austausch zwischen DKG und H+ seit Jahren sehr eng.
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