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Mit rund 350 Gästen, darunter zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Ländern, war der Sommerempfang der DKG ein voller Erfolg. Besonders gefreut hat uns der Besuch von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sowie Gesundheitsministerinnen und -ministern aus sieben Bundesländern.
Der Sommerempfang bot die Gelegenheit, deutlich zu machen: Die Krankenhäuser erwarten eine Neuausrichtung der Politik. Wir brauchen eine Krankenhauspolitik mit Augenmaß – mit einer sinnvollen Konzentration spezialisierter Leistungen, aber auch mit einer wohnortnahen Grundversorgung. Und es ist klar: Die Vorhaltefinanzierung darf in ihrer jetzigen Form nicht eingeführt werden. Sie würde die bestehenden Probleme verschärfen und neue Fehlanreize schaffen – schlimmer noch als im bisherigen System. Deshalb fordern wir eine umfassende und fundierte Neuausrichtung. Und wir brauchen eine umfassende Entbürokratisierung.
Zudem nutzte der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß die Gelegenheit, der Ministerin zwei unwiderstehliche Angebote zu unterbreiten. Erstens sicherte er der Ministerin zu, dass man den im Gesetz vorgesehenen Zeitplan zur Ambulantisierung einhalten werde – unter der Voraussetzung, dass die Krankenhausstrukturen für die Patientinnen und Patienten weiterhin gesichert bleiben und die Zuordnung zu den Leistungsgruppen ordnungspolitisch korrekt erfolgt. Das sei jedoch nur möglich, wenn das Konzept sowie der gesetzliche Rahmen der Hybrid-Versorgung überarbeitet werden. Denn das aktuelle Konzept führt dazu, dass private Investoren ambulante OP-Zentren als Parallelstrukturen errichten und sich – nach dem Prinzip der Rosinenpickerei – die lukrativsten Patientinnen und Patienten heraussuchen.
Das zweite Angebot betraf den Bundes-Klinik-Atlas: Die DKG bot der Ministerin an, das Krankenhausverzeichnis erneut bereitzustellen – mit ihrer gesamten fachlichen Expertise und der Bereitschaft, dieses gemeinsam mit dem BMG weiterzuentwickeln – und das zum bisherigen Preis.
In ihrer Rede setzte die Ministerin ein wichtiges politisches Signal: Dialogbereitschaft. Sie kündigte an, den Bundes-Klinik-Atlas angesichts der geringen Nutzung kritisch zu prüfen – ein Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen. Auch bei zentralen Reformthemen wie der Vorhaltefinanzierung, der Hybrid-Versorgung und dem Abbau von Bürokratie zeigte sie Offenheit und kündigte einen engen Austausch mit uns an. Ein gelungener erster Auftritt der Ministerin im Kreis der Krankenhausverantwortlichen – und ein hoffnungsvolles Zeichen für die kommenden Monate der Krankenhausreform.
Auf unserer Webseite finden Sie ein paar Impressionen vom Empfang.
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