Beim diesjährigen DRG-Forum forderten die Teilnehmer eine Reform der Krankenhausreform, einen sofortigen Inflationsausgleich sowie eine weitreichende Entbürokratisierung und Deregulierung. Erstmals beteiligte sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft als Kooperationspartner. Über 2000 Teilnehmer vor Ort und weitere 500 im Livestream diskutierten darüber, wie eine nachhaltige und hochwertige Krankenhausversorgung sichergestellt werden könne.
Die Appelle an die Koalitionsverhandlungen waren eindeutig. „Wir brauchen ein klares Signal für eine massive Entbürokratisierung“, betonte Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Dies sei ebenso wichtig wie der dringend benötigte Inflationsausgleich. „Wir dürfen nicht nur das eine tun und das andere vernachlässigen.“ Angesichts der aktuellen Herausforderungen, die auch die Widerstandsfähigkeit des Landes gegen äußeren Druck betreffen, stehen Krankenhäuser ganz oben auf der politischen Agenda. „Wir erwarten, dass die Koalitionsverhandlungen dies im Koalitionsvertrag klar verankern.“
Auch die Krankenhausreform müsse dringend überarbeitet werden. „Wir unterstützen die Ziele der Entbürokratisierung, Ambulantisierung und Zentralisierung hochspezialisierter Leistungen. Doch in ihrer jetzigen Form wird die Reform diese Ziele nicht erreichen“, so Gaß. „Deshalb brauchen wir gravierende Änderungen am KHVVG.“
In allen Diskussionen wurde deutlich, wie sehr die Bürokratie die Krankenhausleitungen belastet und aktives Handeln erschwert. Ob Personalfragen, Nachhaltigkeitsberichte, Anträge für Leistungsgruppen oder Investitionsmittel – die übermäßige Regulierung lähmt Entscheidungen und erstickt den Handlungsspielraum der Verantwortlichen.
Ein zentrales Thema vieler auch informeller Gesprächsrunden war die notwendige Lieferung der 21er-Daten bis zum 31. März. Die meisten Entscheider im Krankenhauswesen sehen es als nahezu unmöglich an, diese fristgerecht und vollständig bereitzustellen, während gleichzeitig hohe Sanktionen drohen. Für sie verdeutlichen solche politischen Vorgaben wie realitätsfern die aktuelle Regulierung ist.