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Der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß hat sich in Berlin mit dem ehemaligen Gesundheitsminister Bayerns und heutigem Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion Klaus Holetschek zum Austausch über die Perspektiven der Krankenhauspolitik nach der Bundestagswahl getroffen. Beide waren sich einig, dass es unter einer neuen Regierung Korrekturen in der Gesundheitspolitik benötigt.
Grundsätzlich müsse sich der Politikstil im Bereich des Gesundheitswesens ändern, sagte Holetschek. „Wir müssen, wie nach dem bayerischen Vorbild, auch im Bund endlich wieder mehr miteinander reden und den Austausch mit den Akteuren im Gesundheitswesen pflegen. Handverlesene Gremien, die einen Minister beraten, können das Erfahrungswissen der Praktiker im System nicht ersetzen." Zentral für die Union sei es, die Patientenversorgung auch während der Transformationsphase in den Krankenhäusern sicherzustellen.
„Der kalte Strukturwandel und das unkontrollierte Wegbrechen von Krankenhausstandorten werden durch die jetzt beschlossene Reform keineswegs gestoppt. Durch den über Jahre hinweg versäumten Inflationsausgleich befinden wir uns bereits in einer Abwärtsspirale, die sich nur noch schwer anhalten lässt. Eine neue Regierung muss deshalb kurzfristig Entscheidungen treffen, um unbedingt die Krankenhausstandorte zu erhalten, die auch perspektivisch für die Versorgung dringend gebraucht werden. Die anderen Standorte benötigen zumindest Zeit und klare Rahmenbedingungen, um alternative Konzepte zu entwickeln und Fusionen zu organisieren. All das bietet das jetzt beschlossene KHVVG nicht“, sagte DKG-Vorstand Gaß.
Ein zentrales Thema in dem Gespräch war auch der dringend notwendige Abbau von Bürokratie und Überregulierung. „Wir müssen die von Misstrauen und Kontrollbürokratie geprägte Politik beenden. Nur dann wird es uns gelingen, wieder mehr Innovationskraft und Arbeitsplatzattraktivität zu schaffen", erklärte Holetschek.
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