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Gesundheitsminister Lauterbach hat zum wiederholten Mal die falsche Behauptung aufgestellt, dass deutsche Krankenhäuser die teuersten in Europa seien. Diesmal äußert er sich in einem Interview mit der Freien Presse aus Chemnitz vom 7. bzw. 8. August. Das ist falsch und durch keinerlei Daten gedeckt. Wörtlich heißt es im Interview:
"Die Zusatzbeiträge könnten tatsächlich steigen. Das ist nicht abwendbar. Das System ist jetzt ineffizient. Diese Ineffizienz führt dazu, dass unsere Krankenhäuser die teuersten in Europa sind. Würden wir jetzt die Ausgaben reduzieren, würden viele Krankenhäuser die Reform nicht mehr erleben."
Daten der OECD und der Europäischen Statistikbehörde EuroStat zeigen, dass die deutschen Krankenhäuser im internationalen Vergleich sogar besonders effizient sind, denn die Fallkosten der Krankenhausbehandlung sind in Deutschland sehr niedrig. Unter Effizienz verstehen Ökonomen das Verhältnis von Ressourceneinsatz zum Output. Dieses Verhältnis ist in deutschen Krankenhäusern besonders günstig.
Die Grafiken zeigen die jeweiligen Kosten pro Krankenhausfall in den Ländern. Um Preis- und Lohnunterschiede auszugleichen, sind die Summen bereits kaufkraftbereinigt. Deutsche Krankenhäuser liegen hier im Mittelfeld, im Vergleich mit ähnlich hoch entwickelten System in Westeuropa sind sie sogar besonders günstig. Minister Lauterbach hat also wieder ein wider besseres Wissen die Unwahrheit gesagt.
Hinweis: Aufgrund mangelnder Daten bzw. anderer Berechnungsgrundlagen fehlen in der Grafik unter anderem Dänemark und Schweden. Eine umfassende Analyse zur Aussagekraft von Krankenhausstruktur- und Qualitätsvergleichen auf Basis von OECD-Daten hat das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) im Jahr 2021 veröffentlicht. Die Studie steht hier kostenlos zum Download bereit.
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Grafik als Videovorschau - Kosten pro Krankenhausfall in den Ländern (auf das Bild klicken um Diagramm zu vergrößern)
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