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Abschlussbericht des wissenschaftlichen Projekts zur Operationalisierung von regionaler Pflichtversorgung von psychisch erkrankten Menschen
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Universität Regensburg haben in einem gemeinsamen Projekt geprüft, ob ein wissenschaftlich entwickelter Ansatz für die Operationalisierung der regionalen Pflichtversorgung in Psychiatrie und Psychosomatik genutzt werden kann. Ist es möglich, mit bestimmten Kriterien die regionale Pflichtversorgung zu beschreiben? Der Abschlussbericht zu diesem Projekt liegt nun vor.
Bis dato ist es so, dass es keine allgemeingültigen und bundesweiten Vorgaben und Kriterien gibt, die eine Klinik in einer Region als Pflichtversorger für psychisch erkrankte Menschen kennzeichnen. Vielmehr gibt jede Klinik selbst an, ob sie ein solcher regionaler Pflichtversorger ist oder eben nicht. Und das mit durchaus weitreichenden Folgen: Denn den Begriff „regionaler Pflichtversorger“ hat der Gemeinsame Bundesausschuss in der Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie verankert, um dies bei den Minutenvorgaben für die Personalmindestvorgaben zu berücksichtigen. Wenn eine Klinik sich nicht als regionaler Pflichtversorger bezeichnet, werden ihr automatisch zehn Prozent von den Minutenwerten der Mindestvorgabe abgezogen. Diese Situation aus Selbsteinschätzung und Pauschalabzug ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft dauerhaft unbefriedigend.
Ziel ist ein objektives Instrument, das mithilfe von verschiedenen Kriterien die Pflichtversorgung der Klinik beschreibt. Mit dem gemeinsamen Projekt mit der Uni Regensburg sollte genau dieser Ansatz bundesweit untersucht werden.
Zentral wurde dabei untersucht, ob ein wissenschaftlich entwickelter Ansatz für eine Operationalisierung der regionalen Pflichtversorgung genutzt werden kann. Das Ergebnis zeigt, dass dieser wissenschaftliche Ansatz bestätigt wird, es aber noch offene Fragen gibt, so dass eine zeitnahe Umsetzung des Modells nicht möglich sein wird. Trotzdem zeigt der Abschlussbericht auf, dass der Weg von der reinen Selbstangabe der Klinik hin zu einem wissenschaftlich untersuchten Modell möglich ist.
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