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Schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb
Aktuell verfügen die deutschen Krankenhäuser über rund 150.000 freie Betten auf den Normalstationen und circa 10.000 freie Plätze in den Intensivabteilungen. Bei der derzeit stabilen Corona-Situation sind wir in der Lage, den Regelbetrieb im Krankenhaus wieder anlaufen zu lassen. Selbstverständlich muss es unser Ziel sein, die Kapazitäten auch in den kommenden Monaten nicht vollständig auszulasten und auf kurzfristige Veränderungen im Infektionsgeschehen zu reagieren. Für weitere Infektionswellen müssen die Krankenhäuser solange gewappnet sein, bis ein Impfstoff flächendeckend zur Verfügung steht. Die Kliniken werden immer einen gewissen Bereich der Intensivkapazitäten freihalten, um für einen Anstieg bei den Infektionen gewappnet zu sein. Die DKG hat dazu ein Konzept zur Balance zwischen Covid-19-Bereitschaftsdienst und Regelversorgung vorgelegt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat ebenfalls eine Rückkehr zum Regelbetrieb befürwortet, und seit Anfang Mai wird dieser Prozess in den Ländern schrittweise eingeleitet. 

Die schrittweise Rückkehr zur Regelversorgung wird den absolut berechtigten Interessen von Patienten gerecht. Besonders vulnerable Gruppen können und werden besonders geschützt. Es können aber nicht auf Monate Bypass- oder Gelenkersatz-OPs verschoben werden. Kliniken werden immer vor dem Hintergrund der Infektionszahlen entscheiden müssen, was geht und was aufgeschoben werden muss und kann. Ganz wichtig ist aber vor allen Dingen, dass Menschen nicht aus Angst vor Corona die Notaufnahmen meiden. Dazu gibt es keinen Grund. Der Infektionsschutz in den Krankenhäusern ist gewährleistet, und jeder, der ein Problem hat, sollte unbedingt auch ein Krankenhaus aufsuchen. 


Kapazitäten 
Vor der Corona-Krise gab es in Deutschland bundesweit 28.000 Intensivbetten, davon 20.000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese waren durchschnittlich zu 70-80 Prozent belegt. Bundesweit wurden in einer gemeinsamen Kraftanstrengung die Kapazitäten ausgebaut. Mit der ab 16. März gültigen Vorgabe, planbare Operationen zu verschieben, wurden kurzfristig weitere Kapazitäten auch auf Intensivstationen freigemacht. Zusätzlich haben alle Krankenhäuser, unterstützt durch zentrale Maßnahmen des Bundesministeriums für Gesundheit, in den vergangenen Wochen und Monaten weitere  Beatmungsplätze geschaffen. Aktuell konnte die Zahl der Intensivbetten auf 40.000 und die Beatmungsplätze auf 30.000 gesteigert werden.

Intensivregister 
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), das Robert Koch-Institut (RKI) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) haben gemeinsam das DIVI-Intensivregister aufgebaut. Eine Website, über die freie Beatmungsplätze in allen Kliniken Deutschlands registriert und abgefragt werden können. Über die Online-Plattform können Intensivmediziner aller Kliniken in Deutschland unkompliziert Kapazitäten abfragen. Das Register setzt darauf, dass alle Krankenhäuser tagesaktuell ihre Daten in einem geschlossenen Bereich der Datenbank selbstständig einpflegen, um auf dieser Basis eine regionale Koordination der intensivstationären Betten und damit eine optimale Versorgung der Covid-19-Patienten sicherzustellen. So können im Extremfall Patienten einer Beatmung zugeführt werden, unabhängig von der Kapazität im direkten Umfeld. Das Register finden Sie hier.

Kapazitätsangaben von DIVI und DKG ergänzen sich: Die Angaben der DKG, wonach die ehemals 28.000 Intensivbehandlungsbetten auf zwischenzeitlich rund 40.000 erweitert und die ehemals 20.000 Beatmungsplätze auf 30.000 gesteigert wurden, bezieht eine Vielzahl an Rückmeldungen ein, die über die Meldungen des DIVI-Registers hinausgehen. Das Register orientiert sich schwerpunktmäßig auf die Krankenhäuser, die bereits vor der Coronakrise über etablierte und im den Krankenhausplänen der Länder definierte Intensivstationen verfügt haben. Das Register erfasst deshalb die neu aufgebauten „Reservekapazitäten“ nicht. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um in Covid-19-Stationen umgewandelte Aufwachräume, die zusätzlich mit Beatmungsgeräten ausgestattet wurden. Auch hier werden Covid-19-Patienten intensivmedizinisch versorgt und beatmet. 


Finanzierung 
Für die erste Phase der Pandemie bis zunächst Ende September 2020 hat der Gesetzgeber einen finanziellen Rettungsschirm als Instrument zur wirtschaftlichen Stabilität der Krankenhäuser implementiert. Dieser soll durch einen Beirat aus Kassen und Krankenhausvertretern fortlaufend überprüft werden. 

Aus Sicht der DKG ist es wichtig, dass die Finanzierung der Krankenhäuser mittelfristig auf die abgestimmte Balance zwischen Bereitschaft und Versorgung angepasst wird. Das bisherige Finanzierungssystem muss überprüft werden. Die Krankenpflege ist bereits aus gutem Grund nicht mehr den üblichen Fallpauschalen unterworfen. Nun stellt sich die Frage, ob man nicht generell zu einem Jahresbudget unabhängig von der Zahl der Patienten und Behandlungen zurückkehren sollte - zumindest bei den Häusern der Grundversorgung. Es gibt in den Kliniken viele Bereiche mit hohen Vorhaltekosten, die sich nicht dauerhaft über das DRG-System finanzieren lassen. 

Für die DKG steht fest, dass Krankenhäuser auch zukünftig Reserven benötigen und auf höchste Belastungen vorbereitet sein müssen. 

Pressemitteilungen der DKG finden Sie hier
 

 

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