Der G-BA ist in seiner Sitzung am 20.09.2018 im Methodenbewertungsverfahren „Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen und rezidivierender akuter Tonsillitis“ nach §§ 135 und 137c SGB V zu folgenden Entscheidungen gelangt:

Die „Tonsillotomie bei Hyperplasie der Tonsillen“ ist für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse erforderlich und damit Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen einer Krankenhausbehandlung.

Parallel wurde die Aufnahme der Leistung in die vertragsärztliche Versorgung beschlossen, wobei hier eine Einschränkung der Erbringbarkeit auf Patientinnen und Patienten ab dem vollendeten ersten Lebensjahr erfolgte.

Den Nutzen der „Tonsillotomie bei rezidivierender akuter Tonsillitis“ sieht der G-BA als noch nicht hinreichend belegt an, erkennt der Methode aber das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative zu. Dies begründet sich durch den Umstand, dass auch bei dieser Indikation im Vergleich zur Tonsillektomie weniger prozedurale Nebenwirkungen auftreten, diese aber möglicherweise langfristig einem geringerem Nutzen gegenüberstehen. Da keine laufenden Studien identifiziert werden konnten, mit deren Ergebnissen die Erkenntnislücke geschlossen werden kann, hat der G-BA das Beratungsverfahrens bis zum 31. Dezember 2023 im Hinblick auf eine Erprobungsrichtlinie nach § 137e SGB V ausgesetzt. Zeitgleich wurden die Eckpunkte einer Erprobungsstudie beschlossen, welche die noch fehlenden Ergebnisse für eine abschließende Nutzenbewertung generieren soll.

Die Kosten der Erprobungsstudie werden vollumfänglich vom G-BA getragen werden, da kein Medizinprodukt als maßgeblich angesehen wurde. Gemäß der Verfahrensordnung des G-BA wird dieser nach Nichtbeanstandung durch das BMG im nächsten Schritt eine unabhängige wissenschaftliche Institution für die konkrete Planung und wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Erprobungsstudie beauftragen. Die Teilnehmer dieser Studie werden im Verlauf von der unabhängigen wissenschaftlichen Institution ausgewählt. Krankenhäuser, die an einer Teilnahme an der Erprobungsstudie interessiert sind, sollten daher die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen.

Die Beschlussdokumente sind auf der Internetseite des G BA abrufbar:

https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3489/

https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3490/

https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/3492/

Die Beschlüsse werden nun dem BMG zur Prüfung nach § 94 SGB V vorgelegt und werden im Falle einer Nichtbeanstandung am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft treten. Über das Ergebnis dieser Prüfung werden wir Sie zu gegebener Zeit informieren.