Das Bundesministerium für Gesundheit hat in Anbetracht der aktuell geführten Debatte zum Thema „Förderung der Organspende in Deutschland“ und den diesbezüglichen Vorgaben im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD einen Referentenentwurf für ein „Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende“ (GZSO) erarbeitet. Die DKG hat die Gelegenheit, hierzu eine Stellungnahme bis zum 21. September 2018 abzugeben und ist in das entsprechende Anhörungsverfahren am 10. Oktober 2018 eingebunden.

In Deutschland ist die Zahl der Organspenden auf ein historisches Tief gesunken. Mit 797 postmortalen Organspendern im Jahr 2017 ist nach dem Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation im Vergleich zu den Vorjahren (2016: 857, 2015: 877, 2014: 864) ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. Im Schnitt lag die Zahl der postmortalen Spender damit bei etwa 9,7 pro eine Million Einwohner. Vor diesem Hintergrund sei Ziel des Gesetzentwurfs, die Strukturen in den Entnahmekrankenhäusern zu verbessern und diese angemessen zu vergüten sowie die Verantwortlichkeiten zu stärken, um dadurch langfristig die Zahl an Organspendern zu erhöhen. Inhalte des Gesetzesentwurfs sind unter anderem:

  • die verbindliche Freistellung der Transplantationsbeauftragten und deren Finanzierung,
  • eine höhere Vergütung der Entnahmekrankenhäuser,
  • die Stärkung der allgemeinen Stellung des Transplantationsbeauftragten im Entnahmekrankenhaus,
  • Maßnahmen zur Verbesserung des Organspendeprozesses in den Kliniken,
  • eine flächendeckende Bereitstellung neurologischer Konsiliardienste,
  • die Stärkung des Unterstützungsangebots für Entnahmekrankenhäuser und für Transplantationsbeauftragte,
  • die Einrichtung einer Qualitätssicherung in den Entnahmekrankenhäusern.

Nähere Informationen zu den verschiedenen Inhalten können Sie dem beigefügten Referentenentwurf (Anlage) entnehmen.