Der Beschluss ist online unter folgender Adresse abrufbar: https://www.g-ba.de/downloads/39-261-3666/2019-01-17_IQTIG-Beauftragung_QS-Indikatoren-h%C3%BCftgelenknahe-Femurfraktur.pdf.

Ziel der Beauftragung ist es, die Spezifität der Qualitätsindikatoren zur präoperativen Verweildauer zu erhöhen und dabei vermeidbare und nicht vermeidbare Gründe für eine verlängerte präoperative Verweildauer klar zu definieren und zu unterscheiden, sodass Krankenhäuser aus dem inakzeptablen Rechtfertigungszwang im Rahmen des Strukturierten Dialogs herauskommen. Die Ergebnisse aus den Strukturierten Dialogen auf Landesebene deuten darauf hin, dass eine Vielzahl der Fälle, in denen die normierte präoperative Verweildauer überschritten wird, von den Krankenhäusern nicht vermieden werden kann. Demnach liegen die Ergebnisse der Indikatoren „präoperative Verweildauer bei osteosynthetischer Versorgung einer hüftgelenknahen Femurfraktur“ seit mehreren Jahren bei einer hohen Zahl von Krankenhäusern zwar außerhalb des definierten Referenzbereichs von ≤ 15% (rechnerische Auffälligkeit). Nach Abschluss des Strukturierten Dialogs ergeben sich im Vergleich zu den rechnerisch auffälligen Krankenhäusern jedoch sehr viel weniger Krankenhäuser, die in diesem Indikator qualitativ auffällig sind. Im Strukturierten Dialog zum Erfassungsjahr 2016 wurden bspw. mit dem Qualitätsindikator im Leistungsbereich Hüftgelenknahe Femurfraktur mit osteosynthetischer Versorgung (QI-ID 54030) 726 Krankenhausstandorte als rechnerisch auffällig ermittelt. Nach Überprüfung der Stellungnahmen wurden dagegen nur 161 Krankenhausstandorte als qualitativ auffällig bewertet. Zurückzuführen ist dies bspw. auf patientenbezogene Ursachen, wie etwa einen schlechten Allgemeinzustand, der vor der Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur zunächst stabilisiert werden muss, oder die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten, bei denen die Normalisierung der Gerinnung abgewartet werden muss.

Vor diesem Hintergrund umfasst die nun beschlossene Beauftragung die Weiterentwicklung und Überarbeitung der Qualitätsindikatoren, um besser zwischen Fällen verlängerter präoperativer Verweildauer aufgrund vermeidbarer und nicht vermeidbarer Ursachen zu differenzieren. Wobei vermeidbare Ursachen vom Krankenhaus in der Regel beeinflussbare Gründe für eine Verzögerung der Operation sind und nicht vermeidbare Gründe vom Krankenhaus in der Regel nicht beeinflussbar sind. Mit der Weiterentwicklung der Indikatoren soll auch der Aufwand zur Bewertung der Struktur- und Prozessqualität verringert und der Strukturierte Dialog entsprechend optimiert werden.