In der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung im Krankenhaus (QSKH-RL) wurde zum Erfassungsjahr 2018 ein Verfahren etabliert, das die Krankenhäuser in ihrem Nachweis des Unverschuldens unterstützen soll (vgl. DKG-Rundschreiben Nr. 10/2018): Gemäß § 24 QSKH-RL berichtet das IQTIG „...regelmäßig über Auffälligkeiten, die Hinweise auf mögliche Ursachen einer unverschuldeten Unterschreitung der 100 Prozent Dokumentationsrate darstellen können. Die zu berichtenden Auffälligkeiten werden durch das IQTIG fortlaufend in einem Katalog zusammengestellt und veröffentlicht. (…) Sofern sich das Krankenhaus bei Unterdokumentation auf Unverschulden beruft, ist dies vom Krankenhaus zu begründen. …Die auf Landesebene beauftragte Stelle (bei indirekten Verfahren) bzw. das IQTIG (bei direkten Verfahren) geben eine Einschätzung hinsichtlich der vorgebrachten Gründe ab und teilen diese dem Krankenhaus und den Vertragsparteien der örtlichen Pflegesatzverhandlungen schriftlich mit.“

Mit G-BA Beschluss vom 18. Januar 2018 wurde das IQTIG mit der Entwicklung eines Konzeptes zur Umsetzung des Katalogs gemäß § 24 QSKH-RL beauftragt.. Der Bericht wurde vom IQTIG fristgerecht am 28. Februar 2018 vorgelegt und am 30. August 2018 um ein Addendum ergänzt. Es hat sich gezeigt, dass keine allgemeingültigen Kategorien des Unverschuldens auf Bundesebene darstellbar sind, sondern stets die Kenntnis des Einzelfalls erforderlich ist. Das IQTIG stellt in seinem Addendum klar, dass die im Bericht einschließlich Anhang dargestellten Gründe für eine verschuldete bzw. unverschuldete Unterdokumentation lediglich beispielhafte Auflistungen und keine Entscheidungskriterien seien. Eine Verletzung der Sorgfaltspflicht des Krankenhauses könne ausschließlich nach einer Einzelfallprüfung dezentral von den Vertragspartnern bei den Pflegesatzverhandlungen vor Ort durchgeführt werden. Im Ergebnis rät das IQTIG von einer Umsetzung seines Konzeptes ab. Dieser Empfehlung ist der G-BA mit Beschluss vom 18. Oktober 2018gefolgt. Der Bericht und das Addendum werden veröffentlicht, das Konzept ist jedoch zur Feststellung, ob die Unterdokumentation vom Krankenhaus verschuldet oder unverschuldet war, ungeeignet und daher für die Pflegesatzverhandlungen nicht verwendbar.

Das IQTIG wird stattdessen eine retrospektive (anonymisierte) Fallsammlung der Einschätzungen der auf Landesebene beauftragten Stellen gemäß § 24 Abs. 2 QSKH-RL erstellen und veröffentlichen. Die erforderlichen Richtlinienänderungen werden derzeit in der zuständigen G-BA Arbeitsgruppe beraten.