Die Bundesauswertung 2017 beinhaltet die Ergebnisse aller Qualitätsindikatoren (QI) zu den Leistungsbereichen der Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern (QSKH-RL) in unkommentierter Form sowie ergänzende, meist deskriptive Analysen. Der Qualitätsreport 2017 enthält detaillierte kommentierte Informationen zu den 24 Leistungsbereichen der QSKH-RL im Vergleich mit den Vorjahresergebnissen, Erläuterungen zum Verfahren planungsrelevanter Qualitätsindikatoren und eine Sonderauswertung zu nosokomialen Infektionen.

Zudem sind wie üblich die Ergebnisse des Strukturierten Dialogs aus dem Vorjahr (Erfassungsjahr 2016) abgebildet. Der Strukturierte Dialog 2016 zeigt, dass lediglich 12.683 rechnerische Auffälligkeiten resultierten, von denen 7.607 im Strukturierten Dialog geprüft wurden. Damit werden lediglich 1.611 Ergebnisse (12,7 %) abschließend als qualitativ auffällig eingestuft. Der Strukturierte Dialog für die im Qualitätsreport 2017 dargestellten rechnerischen Ergebnisse aus dem Erfassungsjahr 2017 findet derzeit noch statt.

Der Qualitätsreport 2017 enthält erstmals auch Ergebnisse des sektorenüberreifenden QS-Verfahrens Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie. Das zweite sektorenübergreifende QS-Verfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen wird ebenfalls vorgestellt, Auswertungsergebnisse liegen jedoch noch nicht vor.

Datenbasis

Für das Erfassungsjahr 2017 wurden rund 2,5 Mio. Datensätze von 1516 Krankenhäusern an 1834 Standorten als dokumentationspflichtig erfasst und ausgewertet. Die Vollzähligkeit der gelieferten Daten liegt mit etwa 100 % wie auch in den letzten Jahren unverändert hoch.

Ergebnisse

Das Erreichen der Qualitätsziele wird anhand von insgesamt 271 Indikatoren gemessen; davon 242 QI nach der QSKH-RL, 29 QI in den beiden neuen sektorenübergreifenden QS-Verfahren. Im Vergleich zum Vorjahr zeigen sich folgende Veränderungen:

Die Qualitätsergebnisse der Krankenhäuser

•    haben sich bei 45 Qualitätsindikatoren signifikant verbessert (2016: 53 QI)

•    bei 13 Qualitätsindikatoren signifikant verschlechtert (2016: 9 QI)

•    bleiben bei 182 Qualitätsindikatoren unverändert (2016: 165 QI)

Bei 31 Indikatoren (2016: 11 QI) ist keine Aussage über die Qualität der Krankenhäuser im Vergleich zum Vorjahr möglich, da diese Indikatoren entweder neu eingeführt oder verändert wurden.

Besonders herausragende Qualitätsverbesserungen

Die nosokomialen, d.h. im Krankenhaus erworbenen, Infektionen sind konstant auf einem relativ niedrigen Niveau – betrachtet werden hier u.a. postoperative Lungenentzündungen und Wundinfektionen, Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen bei Früh- und Neugeborenen sowie Infektionen nach Organtransplantationen. Bei den Eingriffen an der Halsschlagader bleiben die Komplikationsraten auf niedrigem Niveau und die Indikationsstellung zur Behandlung von Verengungen der Halsschlagader erfolgt in 98 % der Fälle korrekt. Eine stabil gute Versorgungsqualität zeigt sich auch in den herzchirurgischen QS-Verfahren bei Eingriffen an den Herzklappen. Auch die Versorgungssituation bei der Geburtshilfe und der Versorgung von Frühgeborenen wird als gut bzw. sehr gut beurteilt. Hier hat sich insbesondere die Versorgungsqualität bei der antenatalen Kortikosteroidtherapie, die Antibiotikaprophylaxe bei Kaiserschnittentbindungen und die Durchführung eines Hörtests signifikant im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Besonderer Handlungsbedarf

Bei 10 Qualitätsindikatoren in 7 Leistungsbereichen nach QSKH-RL stellt das IQTIG „besonderen Handlungsbedarf“ in Form eines ausgeprägten oder fortbestehenden Qualitätsdefizits fest. Dies betrifft die Leistungsbereiche Ambulant erworbene Pneumonie, Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantation, Mammachirurgie, Geburtshilfe und Pflege. Auch die präoperative Verweildauer bei der Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur steht weiter im Fokus. Hierzu hat der Gemeinsame Bundesausschuss allerdings bereits Beratungen über eine Richtlinie zu Struktur- und Prozessanforderungen aufgenommen. Da das Bewertungskonzept zur Bestimmung des „besonderen Handlungsbedarfs“ vom IQTIG grundlegend überarbeitet wurde, ist keine Tendenzaussage im Vergleich zum Vorjahr zulässig.

Weitere Einzelheiten sind dem Qualitätsreport zu entnehmen.