Die Qualitätsberichte der Krankenhäuser wurden bislang mittels einer Schemaprüfung validiert, um dadurch strukturelle Fehler aufzudecken. Dennoch blieben diverse Fehlerquellen im Hinblick auf Datenkonsistenz und Datenkorrektheit in der Regel unentdeckt. Außerdem fehlte eine praktikable Möglichkeit für die Krankenhäuser, bereits während der Berichterstellung mögliche Eingabefehler in den Qualitätsberichten zu entdecken und zu korrigieren. Insofern war ein Feedback über die Korrektheit der Daten erst nach dem Upload des Qualitätsberichts bei der Annahmestelle möglich. Aus diesen Gründen hat der G-BA die Erarbeitung und Umsetzung eines Plausibilisierungsverfahrens beauftragt.

Die wesentlichen Ziele der Plausibilisierung stellen die Erhöhung der Gesamtqualität der Qualitätsberichte, unter Sicherstellung einer größtmöglichen Akzeptanz der neuen Plausibilitätsprüfungen bei allen Prozessbeteiligten dar. Im Allgemeinen soll geprüft werden, ob die Inhalte der gelieferten Dateien den inhaltlichen Vorgaben der Anlage 1 Qb-R entsprechen.

Durch eine frühzeitige Plausibilisierung, d.h. bereits im Rahmen der Erfassung und vor der Lieferung der Daten, sollen möglichst viele Fehler oder Auffälligkeiten, noch vor dem Upload des Berichts bei der Annahmestelle, durch das Krankenhaus identifiziert und beseitigt werden können. Daher ist ein webbasierter Plausibilisierungsdienst für die Krankenhäuser ab dem Beginn des Anmeldeverfahrens nach Anlage 2 Qb-R bis zum Ablauf der Frist zur Nachlieferung der Qualitätsberichte gemäß § 6 Absatz 3 Buchstabe a Satz 6 Qb-R des jeweiligen Berichtsjahres direkt zugänglich. Für das Berichtsjahr 2017 wird der Plausibilisierungsdienst abweichend davon erst ab dem 1. August 2018 bereitgestellt. Ab diesem Zeitpunkt wird der Plausibilisierungsdienst über die folgende Internetadresse abrufbar sein: https://plausibilisierungsdienst.g-ba-qualitaetsberichte.de. Neben dem webbasierten Plausibilisierungsdienst wird es den Softwareerstellern ermöglicht, die Plausibilisierungsregeln in ihre Softwareprodukte zu implementieren, sodass bei entsprechender Umsetzung eine frühzeitige Plausibilisierung bereits im Zuge der Erfassung der Berichtsdaten möglich ist.

Im Anhang 4 der Anlage 1 Qb-R werden die Plausibilisierungsregeln nunmehr beschrieben. Informationen zu den Plausibilisierungsregeln in Form eines Einleitungstextes finden sich insbesondere auf den Seiten 1 bis 3 des Anhangs 4 der Anlage 1 Qb-R. Ziel ist es, Inhalte und Konsequenzen der im jeweiligen Berichtsjahr geltenden Plausibilisierungsregeln sowohl für die Ersteller der Qualitätsberichte als auch für Hersteller von Erfassungssoftware transparent zu machen. In dieser Dokumentation sind auch die Prüfklassen der geltenden Plausibilisierungsregeln aufgeführt. Grundsätzlich wird zwischen weichen (bei Abweichung von einer weichen Plausibilisierungsregel erfolgt eine Fehlermeldung mit Handlungsanweisung, die bei Nichtbeachtung jedoch ohne Konsequenz für die Abgabe des Qualitätsberichts bleibt) und harten (bei Abweichung von einer harten Plausibilisierungsregel erfolgt eine Fehlermeldung mit Handlungsanweisung, die bei Nichtbeachtung zu einer Ablehnung des Qualitätsberichts beim Abgabe-Upload bei der Annahmestelle führen wird) Plausibilisierungsregeln unterschieden werden. Plausibilisierungsregeln, die erstmalig eingeführt werden, werden vor der Umsetzung in der Praxis an vorliegenden Berichtsdaten getestet und anschließend in der Praxis, grundsätzlich zunächst als weiche Plausibilisierungsregel, pilotiert werden.

Für das Berichtsjahr 2017 gelten insgesamt 47 Plausibilisierungsregeln (zwei „harte“ Plausibilisierungsregeln, zwei „weiche“ Plausibilisierungsregeln und 43 Pilot- Plausibilisierungsregeln). Die beiden „harten“ Plausibilisierungsregeln können zu einer Ablehnung von Berichtsteilen im Annahmeverfahren nach Anlage 2 Qb-R führen:

Dabei handelt es sich um die Plausibilisierungsregel Nr. 1 „Standorte des Krankenhauses bei Gesamtbericht“ und die Plausibilisierungsregel Nr. 53 „Abgleich der Lieferzuständigkeit im Rahmen der Übermittlung der Ergebnisse gemäß plan. QI-RL“, die als „harte“ Regel eingeführt werden.

Da das System zur Plausibilisierung so aufgebaut ist, dass es fortlaufend angepasst werden kann, ist künftig mit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Plausibilisierungsregeln zu rechnen.