Im „Fall des Monats April 2018“ geht es um einen Patienten, dem nach einer Verletzung das Antibiotikum Sultamicillin [Handelsname] verordnet wurde. Darauf reagierte er mit einem Arzneimittelexanthem. Nachdem der Patient aus stationärer Behandlung entlassen wurde, wurde in seiner Patientenakte die Diagnose Penicillinallergie (Z88.1G) verschlüsselt. Anschließend war der Patient wieder wegen einer Verletzung in der gleichen Abteilung in Behandlung. Bei Entlassung wurde erneut Sultamicillin [Handelsname] empfohlen. Es wurde dem Patienten dieses Antibiotikum dann auch verordnet. Daraufhin kam er dann mit einer beginnenden Rötung zur Vorstellung in das Krankenhaus.

Aus Sicht des Meldenden war der Fehler einerseits durch die Unfähigkeit der verwendeten Praxis-Software begründet, die bei der Verschlüsselung der Diagnose Penicillinallergie keine Warnung abgibt, wenn ein penicillinhaltiges Medikament verordnet wird. Andererseits wurde aber auch kein Allergieausweis für den Patienten ausgestellt. Diesem war daher nicht klar gewesen, dass er eine Allergie gegen Penicillin hatte. Er konnte sich selber nicht schützen, weil durch mangelnde Arzt-Patientenkommunikation die Selbstkompetenz nicht ausreichend war. Die behandelnde Abteilung hat denselben Fehler gemacht und auch nicht mehr realisiert, dass der Patient eine Allergie gegen Penicillin hat. Um eine solche Situation zu vermeiden, bitten wir um Beachtung des beigefügten Fachkommentars sowie den umfangreichen Literaturangaben.

Der beschriebene Fall ist unter http://www.kh-cirs.de/faelle/index.html abrufbar (Anlage).