Hilfreich sind die im Pflegepersonalstärkungsgesetz vorgesehenen Verbesserungen bei der Finanzierung, wie das Pflegestellenförderprogramm und die im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ geplanten mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Pflegeberufe. Doch der politisch versprochene vollständige Tarifausgleich für die Pflege wird für 2018 schon alleine wegen der im Gesetz vorgesehenen Berechnungssystematik nicht erfüllt. Die für Löhne in den Krankenhäusern bereitgestellten Mittel steigen um 3,1 Prozent und bleiben damit weit hinter den tatsächlichen Kosten der Kliniken zurück. Denn die Tarifkostensteigerungen in der Pflege waren mit mehr als vier Prozent Kostenzuwachs deutlich höher. Aufgrund der gesetzlich vorgesehenen Berechnungsmethode bleiben diese Steigerungen aber ohne Ausgleich. „Zudem wird nur der Haupttarifvertrag ausgeglichen, der TdL-Vertrag mit deutlichen Steigerungen findet keine Berücksichtigung. Wir erwarten, dass hier umgehend nachgebessert wird“, fordert Gaß.

Neben dem Wunsch nach mehr Kolleginnen und Kollegen zur Entlastung sind es vor allem die pflegefremden Tätigkeiten, die von den Pflegefachkräften kritisiert werden. Die DKG fordert deshalb auch seit Langem, dass Pflegende von der Misstrauensbürokratie entlastet werden. „Die ständig steigenden Dokumentationspflichten des Pflegealltags frustrieren, demotivieren und nehmen den Pflegekräften die Zeit, die sie am Bett zur Pflege der Patienten benötigen. Die Entbürokratisierung im Pflege- und im ärztlichen Alltag muss endlich aus den Sonntagsreden heraus und in die reale Welt hineingebracht werden. Wir könnten ohne zusätzliche Mitarbeiter die Pflege der Patienten am Krankenbett um 20 Prozent erhöhen, wenn wir auf die Hälfte der heute anfallenden Bürokratiearbeiten verzichten würden“, so Gaß.

Mittel- und langfristig sieht die DKG neue und komplexere Behandlungsaufgaben auf die Pflege im Krankenhaus zukommen. „Im internationalen Vergleich haben wir in Deutschland noch enorme Potentiale, um der Pflege verantwortlich Behandlungsaufgaben zuzuordnen, die auch dazu führen werden, dass die Attraktivität des Berufes steigt. Ein Teil der Pflegenden wird zukünftig akademisch ausgebildet sein, diese Möglichkeiten müssen wir nutzen“, erklärt der DKG-Präsident.