„Die Unterfinanzierung der Krankenhäuser bleibt ein ungelöstes Problem. Dass ein Drittel der Krankenhäuser in Deutschland rote Zahlen schreibt, ist ein eindeutiges Symptom für unzureichende Rahmenbedingungen und liegt nicht an den Kliniken. Denn das größte Problem bleiben die Investitionskosten, bei denen die Länder ihrer Verantwortung nicht gerecht werden“, sagt DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Laut Krankenhaus Barometer schätzt nur jede vierte Klinik ihre wirtschaftliche Lage als „eher gut“ ein, jede dritte aber als unbefriedigend. Bei den Aussichten auf das Jahr 2019 sieht es nicht besser aus: 37 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Lage, nur 18 Prozent erwarten Verbesserungen.

Mit strukturellen Anpassungen stellen sich die Kliniken den Erfordernissen, sie zentralisieren Angebote, gehen Kooperationen ein und bilden Spezialisierungen aus. Die oft genannten Rationalisierungsreserven sind aber mittlerweile ausgeschöpft. Immerhin geht die Politik bei der Betriebskostenfinanzierung auf die Situation ein. Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass alle Pflegekosten zur Versorgung der Patienten vollständig refinanziert und zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden können. Ein richtiger Schritt zur auskömmlichen Finanzierung der Betriebsmittel, auf den Verbesserungen auf Seiten der Investitionsmittel folgen müssen.

„Moderne Strukturen, ausgezeichnete Arbeitsbedingungen und erstklassige Medizintechnik erfordern deutlich mehr Investitionen in den deutschen Krankenhäusern. Es ist nicht mehr zu akzeptieren, dass die Bundesländer trotz sprudelnder Steuereinnahmen und Haushaltsüberschüssen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Die Versäumnisse der vergangen Jahre kommen uns bereits heute teuer zu stehen“, erklärt DKG-Präsident Gaß. Mehr als die Hälfte der Investitionen stammt nicht mehr aus öffentlichen Geldern, ein Sechstel ist sogar von den Launen des Kapitalmarktes abhängig. Ein großes Risiko, denn so müssen die Kliniken immer mehr aus eigenen Mitteln finanzieren, 2017 waren es fast 28 Prozent. Viele Häuser können das nicht bewältigen und müssen sogar Insolvenz anmelden. Die DKG und die Verbände in den Ländern werden den Investitionsstau in den Kliniken ganz oben auf die Agenda für das Jahr 2019 setzen, um eine gute Krankenhausversorgung in Deutschland langfristig zu sichern.

In einem gesonderten Kapitel untersucht das Krankenhaus Barometer die Personalsituation und wirft ein besonderes Augenmerk auf die Fragen der Mitarbeiterbindung. „Wir sprechen immer darüber, dass wir neue Pflegekräfte gewinnen wollen. Es war uns aber auch sehr wichtig aufzuzeigen, was getan wird, um die Pflegekräfte zu halten, die wir haben. Und wir können erkennen, dass immer mehr unternommen wird, um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen. Dazu gehören auch Maßnahmen wie Wunscharbeitszeiten und festes Frei“, so Gaß. Wunscharbeitszeiten, festes Frei und finanzielle Anreize nutzen zwischen 24 und 35 Prozent der Häuser krankenhausweit und auf einzelnen Stationen. Die Umsetzung von finanziellen Anreizen oder einem festen Frei stellt für 26 bzw. 30 Prozent der Häuser ein Zukunftsthema dar, um Pflegekräfte noch stärker an das eigene Krankenhaus zu binden.

Die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers 2018 beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten in Deutschland, die von April bis Mitte Juli 2018 erhoben worden ist. Beteiligt haben sich 249 Krankenhäuser.