„Die Krankenkassen sollten sich vorrangig um ihre eigentliche gesetzliche Aufgabe kümmern, die Versorgung ihrer Versicherten ausreichend zu gestalten, dazu gehört insbesondere der jederzeitige Zugang zur medizinischen Versorgung. Dass dies schon heute nicht mehr gewährleistet ist, zeigen die gesetzlichen Änderungen, die Gesundheitsminister Spahn auf den Weg bringt. Wenn die Ortskrankenkassen nun einen Kahlschlag bei der stationären Versorgung fordern, ist das in keinster Weise eine verantwortungsbewusste Bewertung der Versorgungslage ihrer eigenen Versicherten. Alleine die ambulante Notfallversorgung, die Situation der Geburtshilfe und die Überlastungen in den Hauptzeiten der Grippewelle zeigen doch sehr deutlich, dass flächendeckend Krankenhäuser dringend gebraucht werden, um die Daseinsvorsorge sicherzustellen.

Krankenhausplanung ist glücklicherweise Aufgabe der Länder und nicht der Kostenträger. Wenn Kostenträger einerseits für Versorgungsmöglichkeiten eine dreissigminütige Erreichbarkeit fordern, anderseits aber Zentralisierung um jeden Preis propagieren, widerspricht sich dies. Zudem sollten die Ortskrankenkassen auch sagen, dass eine Zentralisierung durch Schließung von 500 Krankenhäusern und der Wiederaufbau deren Kapazitäten hunderte Milliarden an Investitionskosten verursachen und als Ergebnis den Patienten eine familien- und wohnortnahe Versorgungssicherheit nehmen würde.

Mehr als eine Million Menschen in deutschen Krankenhäusern sichern die Daseinsvorsorge für rund 80 Millionen Menschen. Wer dies in Frage stellen will, sollte seine eigenen Versicherten fragen, ob sie das wünschen.“