Um die Quoten einzuhalten, müssten Kliniken regelmäßig Patienten verlegen. Die Risiken einer Verlegung sind aber so gravierend, dass aus einem vermeintlichen Schutz der kleinen Patienten eine Gefährdung wird. „Verlegungen zur Quoteneinhaltung kann keine medizinisch verantwortliche Erwartung sein“, sagte Baum. Vielmehr ist es notwendig, die Rahmenbedingungen an die Realitäten anzupassen. Die DKG hat im G-BA beantragt, die Beratungen über eine Korrektur der Richtlinie aufzunehmen.

Die Probleme bei der Umsetzung der Personalquoten in der Intensivpflege von Frühgeborenen machen deutlich, wie sensibel Pflegequoten sind. „Für die Früh- und Reifgeborenen-Richtlinie ist eine Übergangszeit von zwei Jahren vorgesehen, in der nun festgestellt wird, dass die Vorgaben mit den Realitäten nicht zu vereinbaren sind. Dies macht deutlich, dass eine Festlegung von Personaluntergrenzen in anderen Bereichen, insbesondere in der Intensivmedizin mit Übergangszeiten und Flexibilitätskomponenten versehen sein muss“, so Baum.