Das neue Rahmenprogramm löst das bisher gültige Programm aus dem Jahr 2010 ab und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Es gibt den Rahmen vor, innerhalb dessen die Bundesregierung die Gesundheitsforschung an Hochschulen, Universitätskliniken, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in der Wirtschaft fördert.

Hierbei werden insbesondere drei Handlungsfelder identifiziert.

Handlungsfeld 1: Forschungsförderung - Krankheiten vorbeugen und heilen

-    Volkskrankheiten bekämpfen

-    Präventions- und Versorgungsmodelle auf verschiedene Bevölkerungsgruppen ausrichten

-    Internationale Kooperationen um globale medizinische Forschungsaufgaben zu lösen

Handlungsfeld 2: Innovationsförderung - Medizinischen Fortschritt vorantreiben

-    Förderung der Pionierforschung

-    Innovationen schneller zu den Menschen bringen – personalisierte Medizin und digitale Innovationen stehen im Fokus

-    Engere Zusammenarbeit von akademischer Forschung, Wirtschaft und Regulatorik in neuen Kooperationsformen

Handlungsfeld 3: Strukturförderung - Forschungsstandort stärken

-    Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Gesundheitsforschung steigern

-    Enge Zusammenarbeit in der Forschung über die Grenzen von Disziplinen und Institutionen hinweg

-    Förderung von attraktiven und familienfreundlichen Karrierewegen, um Spitzenkräfte zu gewinnen

Im Rahmen des Handlungsfeldes 3 wird insbesondere die Stärkung der Hochschulmedizin thematisiert. Hierbei wird u. a. eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen mit flacheren Forschungshierarchien gefordert. Um eine bessere Verwertung der Forschungsergebnisse zu gewährleisten bedarf es laut Rahmenprogramm eines Kulturwandels, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung durch eine stärkere Vernetzung der akademischen Forschung mit der Industrie vorantreiben will.

Die beiden Leitlinien „Mensch im Mittelpunkt“ und „Personalisierung und Digitalisierung als Schlüssel“ sind maßgeblich für alle Handlungsfelder.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt jährlich rund 2 Mrd. Euro für die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Förderbereich „Gesundheitsforschung und Gesundheitswirtschaft“ zur Verfügung. Hinzu kommen seitens anderer Ressorts weitere Ausgaben in Höhe von 0,5 Mrd. Euro pro Jahr für Projektförderung, institutionelle Förderung und Ressortforschung.

Das vorliegende Rahmenprogramm wird durch Fachprogramme, Aktionspläne und Förderinitiativen ausgestaltet. Die Forschungsförderung erfolgt konkret durch die Bekanntmachung einzelner Förderrichtlinien, die jeweils förderpolitische Zielsetzung und Gegenstand der Förderung genau umschreiben. Die daraufhin von Forschungsinstitutionen, Unternehmen oder anderen Einrichtungen eingereichten Förderanträge werden geprüft und bei Erfüllung aller Förderkriterien im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel durch die Bundesministerien gefördert.

Das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung tritt ab dem 1. Januar 2019 in Kraft.