Das Eckpunktepapier beinhaltet Ansatzpunkte, mit denen die Berufe von Hebammen und Entbindungshelfern attraktiver gestaltet und gestärkt sowie die Versorgung der Bevölkerung über einen erleichterten Zugang sichergestellt werden soll.

Insgesamt sind fünf zentrale Maßnahmen vorgesehen:

1. Erstellung eines Gutachtens zur stationären Hebammenversorgung

Mithilfe eines Gutachtens sollen umfassende Informationen über die Situation der stationären Geburtshilfe erhoben werden. Damit wird eine Informationsgrundlage geschaffen, die mögliche Versorgungsengpässe und ihre Ursachen erhebt, um Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

2. Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Krankenhäusern beschäftigter Hebammen und Entbindungspfleger

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Hebammen und Entbindungspflegern zu verbessern, werden diese Berufe in das entsprechende Förderprogramm aufgenommen, das mit dem PpSG eingeführt wurde. Zudem sollen zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten geschaffen und eine Kinderbetreuung jenseits üblicher Kita-Öffnungszeiten ermöglicht werden. Diese Maßnahmen zielen konkret darauf ab, die Attraktivität des Berufs trotz hoher Arbeitsbelastungen zu steigern.

3. Erleichterte Hebammen- und Entbindungspflegersuche über die Vertragspartnerliste

Der GKV-Spitzenverband soll beauftragt werden, die Vertragspartnerliste so weiterzuentwickeln, dass diese als Datenbank zur elektronischen Hebammensuche zur Verfügung steht. Dazu soll auch die schon vereinbarte Meldepflicht für die Berufe der Geburtshilfe verpflichtend umgesetzt werden

4. Förderung der Berufsrückkehr

Hebammen und Entbindungspflegern, die ihren Beruf aktuell nicht ausüben, jedoch an einer Rückkehr interessiert sind, sollen mittels einer öffentlichkeitswirksamen Werbekampagne dazu bewegt werden. Zudem sind zusätzliche Informationen für Interessierte sowie die Arbeitgeber geplant.

5. Akademisierung der Ausbildung

Die Ausbildung von Hebammen und Entbindungspflegern soll strukturell und inhaltlich reformiert werden. Dabei werden die Ausbildungsvoraussetzungen in einem ersten Schritt von einer 10-jährigen auf eine 12-jährige Schulbildung angehoben. Generell wird jedoch eine Akademisierung des Berufes in Form eines dualen Studiums mit hohem Praxisanteil angestrebt. Damit sollen die Qualität und die Attraktivität des Berufes gesteigert und weiterentwickelt werden.

Das BMG plant, diese Maßnahmen in Form von Änderungsanträgen in den Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes mit aufzunehmen. Diese Änderungsanträge liegen uns aktuell noch nicht vor. Die DKG wird den Gesetzgebungsprozess auch in diesem Punkt weiter verfolgen und Sie über die Entwicklungen informieren. Eine öffentliche Anhörung des Gesetzentwurfs wird am 16.01.2019 im Bundestags-Gesundheitsausschuss stattfinden. Voraussichtlich Mitte Februar wird der Gesetzentwurf in 2./3. Lesung im Bundestag beraten.