Daneben waren im Berichtszeitraum insbesondere diese Themen von Relevanz für deutsche Krankenhäuser:

Diskussion im Rat über „Standardisierung von Gesundheitsleistungen“

Das Thema „Standardisierung von Gesundheitsleistungen“ hat in Deutschland und weiteren Mitgliedstaaten der EU sowie bei den europäischen Dachverbänden von Kostenträgern- und Leistungserbringerorganisation einen Aufschrei der Empörung ausgelöst: Die Europäische Normungsplattform CEN, bei der auch das deutsche Normungsinstitut DIN Mitglied ist, bereitet zurzeit eine Strategie zur systematischen Standardisierung von Gesundheitsleistungen vor und hat bereits für einzelne solche Leistungen Normen entwickelt. Dies stößt bei den Verantwortlichen auf Ablehnung. So haben sich nun unter bulgarischer EU-Ratspräsidentschaft auch hochrangige Vertreter der Mitgliedstaaten intensiv zu dem Thema ausgetauscht. Von der Europäischen Kommission wurde dabei verlangt, jede weitere Unterstützung für die Entwicklung von Standards zu unterlassen. Zurzeit werde geprüft, so Diplomaten in Brüssel, ob nicht sogar auch auf Ministerebene beim informellen Treffen der europäischen Gesundheits- und Sozialminister im April in Bulgariens Hauptstadt Sofia weitere Schritte zum Stopp dieser Entwicklung beraten werden sollen.

Eine Website der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft zu dem Treffen wird später weiterführende Information enthalten.

Europäische Richter urteilen erneut zur „Rufbereitschaft“

Unter bestimmten Bedingungen werten die Richter der 5. Kammer des Europäischen Gerichtshofs „Rufbereitschaft“ als Arbeitszeit. In dem entschiedenen Fall hatte ein belgischer Feuerwehrmann nachträglich seine Rufbereitschaftsdienstzeiten als Arbeitszeit werten lassen wollen und nun von den höchsten Richtern der EU Recht bekommen. Die Richter kamen zu dieser Einschätzung, da sich der Feuerwehrmann während seiner Rufbereitschaft lediglich zu Hause aufhalten durfte und bei einem Ruf des Arbeitgebers innerhalb von nur acht Minuten am Dienstort eintreffen musste. Der Fall unterscheidet sich damit jedoch in wesentlichen Punkten von den Rahmenbedingungen für Rufbereitschaft für Ärzte und dürfte daher ohne Auswirkungen für die deutschen Krankenhäuser sein, da tarifvertraglich in der Regel keine Bestimmungen zu den Aufenthaltsorten der Arbeitnehmer vorgesehen sind und kein Eintreffen von innerhalb nur acht Minuten am Arbeitsort verlangt wird.

Den Beschluss des Gerichts finden Sie hier.

EU-Kommissions-Experten bewerten niedergelassene Versorgung

Das von der Europäischen Kommission berufene Gremium von „Experten“ hat im Februar neue Studien und Empfehlungen veröffentlicht. Zum einen haben die Mitglieder des „Expert Panel on effective ways of investing in Health“ (EXPH) ein System von Bewertungsmaßstäben erarbeitet, mit denen sich die Effektivität der niedergelassenen Versorgung feststellen lässt. Das Dokument ist als Empfehlung für Entscheidungsträger in Gesundheitswesen gedacht, die grenzüberschreitende Vergleiche mit als Entscheidungsgrundlage für eigenes Handeln heranziehen wollen. Die Experten beschäftigen sich in einer zweiten Studie mit einem grenzüberschreitenden Vergleichs des Zugangs zur Gesundheitsversorgung. Im Lichte der Bemühungen der Europäischen Union um einen Abbau der Ungleichheiten bei der Verfügbarkeit von Gesundheitsversorgung prüfen die Experten abschließend den möglichen Einsatz von Struktur- oder Forschungsfonds sowie der Europäischen Referenznetzwerke.

Die Website der Europäischen Kommission mit einer Übersicht über die Arbeit der Experten sowie die Studien selbst finden Sie hier.

IHF stellt einen „Sicherheitscheck“ für Krankenhäuser vor

Der internationale Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation hat ein Dokument vorgestellt, mit dem Gesundheitseinrichtungen systematisch Sicherheitsanforderungen überprüfen können sollen. Die IHF hat das Dokument in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes, der Weltgesundheitsorganisation sowie der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ erarbeitet und reagiert damit auf die häufigen Berichte über notleidende Krankenhäuser in Krisenregionen. Mit dem Dokument sollen Klinikleitungen eine Hilfe erhalten, ihre Krankenhäuser systematisch auf alle möglichen Sicherheitsanforderungen vorzubereiten.

Beigefügt erhalten Sie als Anlage den Sicherheitscheck der IHF.

Die „HOPE-Agora“ lädt dieses Jahr nach Stockholm ein

Auf Einladung der schwedischen Vereinigung von Gebietskörperschaften SALAR – Swedish Association of Local Authorities and Regions findet die diesjährige Jahreskonferenz des europäischen Krankenhausverbands HOPE – European Hospital and Healthcare Federation vom 03. bis 05. Juni 2018 in Stockholm, Schweden statt. Die Konferenz ist zugleich Schluss- und Höhepunkt des diesjährigen HOPE-Austauschprogramms, an welchem auch in diesem Jahr wieder rund 150 Klinik-Fachkräfte mit Management-Verantwortung aus ganz Europa teilnehmen werden. Im Rahmen einer rund vierwöchigen Hospitation beschäftigen sich die Teilnehmer mit der Frage, wie Krankenhaus- und Gesundheitsversorgung durch die Einbindung der Erfahrungen von Patienten und ihrer Angehörigen verbessert werden kann. Die Ergebnisse dieser Studien werden auf der Abschlusskonferenz diskutiert und prämiert.

Information zu der auch für die Fachöffentlichkeit zugänglichen Konferenz erhalten Sie bei diesem Link.

IHF-Jahreskonferenz in Brisbane

Die DKG ist Mitglied im globalen Krankenhausverband IHF – International Hospital Federation mit Sitz in Genf, Schweiz. Die jährliche Konferenz wird dieses Jahr in der ost-australischen Stadt Brisbane in der Zeit vom 10. bis zum 12. Oktober 2018 ausgerichtet. Ausgerichtet von der australischen Krankenhausorganisation AHHA - Australian Healthcare and Hospitals Association bietet die Veranstaltung Gelegenheit zum Treffen von Entscheidungsträgern aus der ganzen Welt und zum intensiven Erfahrungsaustausch mit internationalen Experten. Das Motto der 42sten IHF-Konferenz widmet sich dem Thema „Innovate | Integrate | Inspire - How can healthcare evolve to meet 21st century demands?”.

Sie können sich bei diesem Link über alle Einzelheiten der Konferenz informieren und sich zugleich registrieren. DKG-Mitglieder erhalten bei Buchung bis zum 30. Juni 2018 einen Preisnachlass. Den Buchungscode erfahren Sie bei Frau Anke Schultz per E-Mail an a.schultz@dkgev.de .