Der stellv. DKG-Abteilungsleiter für Personal Peer Köpf führt durchs Programm. (Foto: Lisa Brandl)
Zahlreiche Krankenhaus-Personaler haben sich am Montag und Dienstag dieser Woche zum 17. Personalkongress der Krankenhäuser in Köln zusammengefunden. Die DKG als Mitveranstalter war wieder stark vertreten: Sabrina Krause, DKG-Abteilungsleiterin für Krankenhauspersonal, legte den Fokus ihres Panels auf Anstöße, wie eine hochwertige Patientenversorgung trotz Fachkräftemangels und finanzieller Zwänge auch in Zukunft gelingt. Ein Knackpunkt: Die Krankenhäuser haben über die vergangenen Jahre massiv Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Die stetig wachsende Bürokratielast sorgt aber dafür, dass die Arbeitskraft kaum in den Krankenzimmern und OP-Sälen ankommt, sondern an Schreibtischen verpufft. Die DKG hat bereits der Vorgängerregierung 55 konkrete Vorschläge unterbreitet, wie sich Bürokratie im Krankenhaus spürbar verringern ließe – bislang ohne Resonanz.
BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz und Peer Köpf aus der DKG-Abteilung für Krankenhauspersonal führten das Publikum durch zwei Tage mit vielen weiteren spannenden Fragen:
Strategien gegen Insolvenzen und Gewalt
Wie kann ein Krankenhaus in die Insolvenz rutschen und wie gelingt die Sanierung? Markus Funk, Geschäftsführer der St.-Vincenz-Kliniken Paderborn, gab die Antworten: Unter anderem schützen transparente Kommunikation und Mitarbeiterbeteilung vor der Kündigungswelle. Das Krankenhaus in Paderborn ist eine von rund 80 Kliniken, die seit 2022 Insolvenz anmelden mussten.
Das Klinikum Dortmund geriet vor Monaten mit einem anderen Thema in die Schlagzeilen: Es wollte als erstes Krankenhaus Bodycams gegen gewalttätige Übergriffe einsetzen. Geschäftsführer Michael Kötzing stellte noch weitere Ideen seiner Klinik zur Gewaltprävention vor, etwa bauliche Veränderungen und Mitarbeitertrainings. Gewalt im Krankenhaus ist ein stetig zunehmendes Problem. Die besonders brutalen öffentlich gewordenen Übergriffe sind nur die Spitze des Eisbergs. Zur Lösung braucht es aber nicht nur kreative Ideen, sondern auch die dazugehörige Finanzierung. Bislang bleiben die Kliniken auf den Kosten für die Sicherheit sitzen.
Betriebliche Krankenversicherung auf dem Vormarsch
Weitere Panels betrafen die Personalgewinnung. HR-Expertin Monika Fuchs sprach über Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz abseits humanoider Pflegeroboter: KI bietet schon heute Vorteile im Alltag, etwa bei der Fortbildung, im Onboarding neuer Beschäftigter oder bei Jobinterviews durch Avatare. Agaplesion-Personalvorständin Constance von Struensee berichtete von ergänzenden Persönlichkeitstests bei der Einstellung von Führungskräften. Das Konzept komme auf beiden Seiten des Tisches gut an. Dorothee Hüppauf vom Alb-Fils-Klinikum sprach über Akquise-Strategien ihres Krankenhauses: Mehr Sichtbarkeit, Schnelligkeit im Bewerbungsprozess, ein starker Online-Auftritt und persönliche Botschafter der Klinik. Zur Personalbindung müssten Arbeitsbedingungen, Organisationsabläufe und Führungskultur stetig verbessert und den Beschäftigten Entwicklungsperspektiven und Benefits geboten werden. Um Letztere ging es auch im Vortrag von Kongress-Gastgeber Hubertus Mund vom Veranstalter Klinikrente: Nachdem sich die betriebliche Altersvorsorge etabliert hat, erlebe nun die betriebliche (zusätzliche) Krankenversicherung einen Boom.