Noch gut zwei Wochen, dann findet am 9. September im Novotel Berlin-Tiergarten wieder unser Krankenhausgipfel statt. Neben Karl Lauterbach werden zahlreiche andere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesundheit diskutieren. Wir haben unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Henriette Neumeyer gefragt, was sie von Gipfel und Minister erwartet.
Was erwarten Sie vom diesjährigen Krankenhausgipfel?
Wie in den vergangenen Jahren werden wir wieder konstruktive gesundheitspolitische Diskussionen haben, die die Konzepte der Politikerinnen und Politiker aus den verschiedenen Parteien für die Krankenhauspolitik verdeutlichen. Der Krankenhausgipfel war immer eine Plattform für sachorientierten Dialog zwischen Politik und Krankenhaus mit relevanten und aktuellen Inhalten. Das wird er auch in diesem Jahr wieder sein.
Was muss Minister Lauterbach den Krankenhäusern am 9. September erklären?
Die Krankenhäuser sind noch immer in schwerem wirtschaftlichen Fahrwasser infolge der Inflationskrise. Es gibt viele Insolvenzen, manche führen zu Schließungen und damit zu spürbaren Versorgungseinbußen. Andere können abgewendet werden, indem die Kommunen aus ihren ohnehin klammen Kassen die Defizite ausgleichen. Der Minister muss vor allem klarmachen, wie er flächendeckende Versorgung auch kurzfristig sichern will.
Außerdem kann er zum Thema Bürokratie nicht mehr schweigen. Stundenlange Schreibarbeit, oft ohne pflegerischen und medizinischen Nutzen, belastet und frustriert die Beschäftigten in den Kliniken. Wir verschwenden täglich hochqualifizierte Arbeitskraft und -zeit. Hier muss der Minister Stellung beziehen und konkrete Vorschläge machen.
Und nicht zuletzt muss er jetzt klarmachen, wie die Krankenhausreform endlich gelingen soll. Viele Elemente seiner Reform sind nicht praxistauglich oder hätten nicht den gewünschten Effekt. Wir sollten die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, den Reformstau zu lösen, um die Krankenhausversorgung nachhaltig und umfassend neu aufzustellen.
Welche Reformschritte müssen jetzt dringend und kurzfristig umgesetzt werden?
Die Krankenhäuser warten weiterhin auf den vollen Inflationsausgleich. Sie geben zwangsweise noch immer mehr Geld aus als sie einnehmen. Das Defizit führt zu Insolvenzen oder zwingt die Kommunen und Länder dazu, ihre Kliniken mit zusätzlichen Steuergeldern zu sichern, die an anderer Stelle dringend gebraucht würden.
Als Sofortprogramm haben wir drei Punkte zur Rettung der Krankenhausreform vorgeschlagen:
NRW-pur als Grundlage einer Strukturreform in der Transformationsphase bis 2026, vorerst Nutzung und Ausweitung bereits vorhandener Instrumente zur Vorhaltefinanzierung, da die Vorschläge des Ministers zur Vorhaltefinanzierung keinerlei Verbesserungen bringen und ihr Ziel komplett verfehlen und konsequente und schnelle Entbürokratisierung. Gerade der letzte Punkt wäre ein völlig kostenloses Programm zur Behebung des Fachkräftemangels, für bessere Versorgung und letztlich für mehr Zufriedenheit bei den Beschäftigten.
Alle Informationen zum Krankenhausgipfel finden Sie hier.