Am Donnerstag und Freitag der kommenden Woche findet in Berlin wieder das DRG-Forum statt. Wie im vergangenen Jahr ist die DKG Mitveranstalterin und wird mit eigenen Angeboten prominent vertreten sein. Wir haben dem DKG-Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerald Gaß ein paar Fragen zum Kongress gestellt.
Was erwarten Sie vom diesjährigen Kongress? Welche Themen stehen im Fokus?
Das DRG-Forum wird als größter Kongress der Krankenhausbranche natürlich von der Einigung über das Krankenhausreformanpassungsgesetz geprägt sein. Dessen Umsetzung wird die Krankenhäuser in diesem und in den kommenden Jahren maßgeblich beschäftigen. Wir stehen vor einem tiefgreifenden Strukturwandel der Krankenhauslandschaft, und das greifen wir natürlich in mehreren Veranstaltungen auf. Ich freue mich, gleich am Eröffnungstag in der großen Spitzenrunde zum KHAG diskutieren zu können. Wir werden aber auch an unserem Stand viel zum Thema anzubieten haben.
Was können die Besucherinnen und Besucher am DKG-Stand erwarten?
Wir haben wieder einen großen Stand mit eigener Bühne im Foyer. Dort gibt es nicht nur eine Runde zur Krankenhauspolitik und zum KHAG. Wir bieten auch Diskussionen und Fachvorträge zu vielen speziellen Themen an, von der ePA über die sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen bis zu Fragen der Krisenresilienz der Krankenhäuser. Zudem werden wir mit dem Fachkräftemonitor 2026 eine umfangreiche Untersuchung zur Fachkräftesituation in den Krankenhäusern vorstellen. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben werden, direkt mit unseren Expertinnen und Experten über viele Einzelthemen zu sprechen und ihre konkreten Fragen zu stellen. Wer also Fragen zur Finanzierung, zum Bürokratieabbau, Ambulantisierung und vielem mehr hat, sollte nicht zögern und zu uns ins Foyer kommen. Wann welche Expertinnen und Experten zu welchen Themen zum Gespräch bereitstehen, findet sich auf unserer Website.
Welche Baustellen bleiben nach der Verabschiedung des KHAG?
Das KHAG bringt zwar den Krankenhäusern und Ländern endlich Planungssicherheit für deren erste Krankenhausplanung nach Leistungsgruppen. Viele entscheidende Baustellen bleiben aber unvollendet. Die Politik hat viele Probleme leider vertagt, statt sich ihnen zu stellen. Das betrifft vor allem die Finanzierung. Konkret heißt das, dass es leider weiterhin kein funktionierendes Konzept für die Finanzierung der Vorhaltekosten bei Kliniken mit geringen Fallzahlen gibt. Wir begrüßen Konzentration und Spezialisierung. Eine Folge ist allerdings, dass Patientinnen und Patienten von kleinen Grundversorgern in größere Kliniken gesteuert werden. Diese Grundversorger können damit weiter in die wirtschaftliche Schieflage geraten, da das Lauterbach-Konzept der Vorhaltefinanzierung weiterhin auf Fallzahlen basiert. Wir riskieren damit, dass Grundversorger, die gerade in dünn besiedelten Regionen oftmals weit und breit die einzigen Anlaufpunkte für die Gesundheitsversorgung sind und vielfach sogar wegbrechende Arztpraxen ersetzen müssen, verschwinden.
Das DRG-Forum greift auch die Diskussion um die Zukunft des Pflegebudgets auf. Wo stehen wir hier?
Fakt ist, dass das Pflegebudget in seiner jetzigen Form der unbegrenzten Selbstkostendeckung diskutiert werden muss. Mich stören aber die schrillen Töne zu angeblichem Betrug oder Missbrauch, die vor allem von der Kassenseite kommen. Untaugliche und kleinteilige Abgrenzungsdebatten über die Tätigkeiten von Pflegekräften schaden am Ende vor allem der Pflege selbst. Fakt ist, dass das Pflegebudget dafür gesorgt hat, dass die Gehälter der Pflegekräfte weit überdurchschnittlich gestiegen sind. Pflegegehälter liegen heute an der Spitze aller Ausbildungsberufe. Das war eine gesamtgesellschaftliche Forderung, denn von Klatschen und Schulterklopfen allein können auch Pflegekräfte nicht leben. Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Finanzierung der Pflegekosten so regeln, dass sich unsere Fachkräfte weiter auf ein gutes Gehalt verlassen können, wir uns aber auch auf den tatsächlichen Pflegebedarf beziehen. Das sichert Qualität, Gehälter und Finanzierungsgerechtigkeit.