Ich wünsche Ihnen ein frohes neues Jahr – und vor allem ein gesundes Jahr 2026.
Gesund wird dieses Jahr allerdings nicht von selbst. 2026 wird ein forderndes Jahr. Die Probleme liegen offen auf dem Tisch: geopolitische Krisen, massive Herausforderungen für die Bundespolitik und ein Gesundheitssystem, das seit Jahren am Rand seiner Belastbarkeit arbeitet.
Für die Gesundheitspolitik geht es jetzt um Grundsätzliches. Erstens: Verlässlichkeit bei der Krankenhausreform. Was bislang angekündigt wurde, bleibt zu oft Stückwerk. Planungssicherheit sieht anders aus. Zweitens: die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch hier darf 2026 nicht mit Flickschusterei vertan werden. Die Weichen müssen gestellt werden – aber nicht nach dem Muster des „kleinen Sparpakets“, bei dem am Ende wieder nur die Krankenhäuser zusätzlich belastet werden. Das ist weder nachhaltig noch ehrlich.
Entscheidend wird für uns außerdem, ob 2026 endlich das Jahr der Entbürokratisierung und der sinnvollen Deregulierung wird. Seit Jahren wird sie versprochen, seit Jahren passiert das Gegenteil: mehr Vorschriften, mehr Kontrollen, mehr Misstrauen. Dieses System erstickt Engagement und Innovation. Das ist kein Naturgesetz, das ist politisch gemacht – und politisch korrigierbar. Aber nur, wenn der Wille da ist.
Wir stehen vor zwölf intensiven Monaten. Sie müssen genutzt werden, um die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland zu stabilisieren. Das ist mehr als Sozialpolitik – das ist Demokratiesicherung. Denn 2026 ist ein Wahljahr. Es führt uns deutlich vor Augen, wie fragil unsere Sicherheit und unsere staatlichen Strukturen geworden sind.
Nutzen wir dieses Jahr gemeinsam, um Vertrauen zurückzugewinnen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Demokratie zu stärken. Nicht mit Parolen, sondern mit tragfähigen Entscheidungen. Dieses Land braucht jetzt Klarheit, Mut und konstruktiven Gestaltungswillen.