Zielvereinbarungen in Chefarztverträgen sind seit geraumer Zeit immer wieder Gegenstand der öffentlichen Presseberichterstattung, insbesondere durch die Vorfälle an der Universitätsklinik Göttingen. In Presseberichten wird spekuliert, dabei habe auch die Zielvereinbarung des Klinikums mit dem Chefarzt, der für jede transplantierte Leber eine Bonuszahlung erhielt, eine gewisse Rolle gespielt.

Es wird noch einmal ausdrücklich klargestellt, dass die von der DKG empfohlenen Ziel-vereinbarungen mit Chefärzten in der Beratungs- und Formulierungshilfe Chefarzt-Vertrag (8., geänderte Auflage 2007) keine derartige Zielvereinbarung beinhaltet. Inso-fern beispielhaft angeführt wird, gegebenenfalls für die Erreichung vereinbarter Fallzahlen einen Bonus zu zahlen, wird darauf hingewiesen, dass sich die Transplantationsmedizin für derartige Zielvereinbarungen nicht eignet. Es sollte insgesamt überprüft werden, ob es notwendig ist finanzielle Anreize für einzelne Operationen oder Leistungen zu vereinbaren oder nicht vielmehr auf eine budgetäre Gesamtverantwortung umzustellen ist. Die DKG wird dies bei der Weiterentwicklung der Formulierungshilfe berücksichtigen.

Es ist selbstverständlich, dass Zielvereinbarungen im Krankenhaus insgesamt mit der notwendigen Sensibilität gehandhabt werden müssen. Ziele sind so auszuwählen und zu vereinbaren, dass der Chefarzt durch eigene Anstrengungen Einfluss auf das Leistungsgeschehen ausüben kann. In diesem Zusammenhang muss man aber auch zur Kenntnis nehmen, dass die von den Krankenkassen forcierte Politik der Mindestmengen, zum Teil mit Leistungsausschluss bei Nichterreichung, es bedingt, in den betroffenen Bereichen des Krankenhauses zu versuchen, die vorgegebenen Mindestmengen zu erreichen, um nicht aus dem Leistungssegment auszuscheiden.