Bis zum 31.12.2015 wurde über das Vordruckmuster 17 auch eine ärztliche Bescheinigung zur Erlangung von Krankengeld erteilt. Obwohl diese Bescheinigung gemäß den zugehörigen Erläuterungen grundsätzlich auch von einem Krankenhausarzt im Rahmen der stationären Behandlung ausgefüllt werden konnte, war deren Verwendung durch Krankenhausärzte in der stationären Versorgung vor dem Hintergrund des Exklusivcharakters der Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung formaljuristisch zumindest anzuzweifeln. Dennoch wurde das Vordruckmuster 17 in der Vergangenheit offensichtlich von vielen Krankenhäusern, vor allem im Rahmen der psychiatrischen Versorgung, verwendet und von den gesetzlichen Krankenkassen auch akzeptiert.

Zum 01.01.2016 ist das Vordruckmuster 17 gestrichen worden. Die Krankengeldbescheinigung erfolgt nunmehr zusammen mit der Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit auf dem Vordruckmuster 1. Dieses Vordruckmuster ist ebenfalls lediglich für den vertragsärztlichen Bereich konzipiert und dürfte von Krankenhäusern zunächst lediglich in den Fällen verwendet werden, in denen Patienten aufgrund einer persönlichen oder institutionellen Ermächtigung vertragsärztlich ambulant behandelt worden sind. Im stationären Behandlungsgeschehen ist die Verwendung des Vordruckmusters 1 grundsätzlich unzulässig, es sei denn, den betreffenden Patienten wird vom Krankenhaus im Rahmen des Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V Arbeitsunfähigkeit maximal für die Dauer von sieben Tagen bescheinigt. Diese Möglichkeit besteht jedoch erst nach Abschluss des Rahmenvertrages nach § 39 Abs. 1a SGB V, welcher derzeit noch verhandelt wird.

In allen übrigen Fallkonstellationen des stationären und auch teilstationären Behandlungsgeschehens bleibt die Verwendung des Vordruckmusters 1 unzulässig. Daraus folgt, dass Krankenhäuser nunmehr keine ärztliche Bescheinigung über den Anspruch auf Krankengeld erteilen können. Auch die von einigen Krankenkassen gegenüber Krankenhäusern gemachten Angebote, das Vordruckmuster 17 einfach weiterzuverwenden, ist aus formaljuristischer Sicht abzulehnen. Stattdessen verbleibt dem Krankenhaus nach Rücksprache beim GKV-Spitzenverband lediglich folgendes Procedere:

Gemäß § 46 SGB V, welcher die Entstehung des Anspruchs auf Krankengeld regelt, ist nach Nr. 1 bereits die Durchführung einer Krankenhausbehandlung, also der Aufenthalt eines GKV-versicherten Patienten in der stationären Behandlung des Krankenhauses, Voraussetzung für den Anspruch auf Krankengeld. Somit ist ausreichend, wenn das Krankenhaus gegenüber diesen Patienten nunmehr eine Bescheinigung über die Dauer des stationären Aufenthaltes erteilt. Der GKV-versicherte Patient wäre sodann gehalten, mit Vorlage dieser Bescheinigung Kontakt mit seiner gesetzlichen Krankenkasse aufzunehmen, welche anhand der Anzeigen des Krankenhauses nach § 301 SGB V zur Krankenhausbehandlung in der Lage ist, die Gesamtdauer der Krankenhausbehandlung herzuleiten und somit auch den Anspruch des Versicherten auf Krankengeld abschließend prüfen kann.