Werfel T; Claes C; Kulp W; Greiner W; Graf von der Schulenburg JM
Therapie der Neurodermitis
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta142_bericht_de.pdf (1049 KB)

Die Autoren bewerten die zwischen 1999 und 2004 erschienene Literatur hinsichtlich medizinischer Effektivität und Kosteneffektivität systematisch, ergänzt durch die Darstellung neuerer Studienergebnisse bis 2006. Es wird begrüßt, dass sich das therapeutische Spektrum in den letzten Jahren vergrößert habe, insbesondere mit der Weiterentwicklung der antiinflammatorischen Behandlung mit topischen Calcineurininhibitoren oder mit Kortikosteroiden mit einem günstigeren Wirksamkeits- / Nebenwirkungsquotienten. Studienbedarf bestehe für Therapieansätze, die sich schlecht oder gar nicht mit randomisierten oder kontrollierten Studiendesigns untersuchen lassen, wie physikalische, balneologische Ansätze oder Klimatherapien und auch die komplexe rehabilitative Therapie, für die sehr wahrscheinlich günstige therapeutische Effekte im Bezug auf die Neurodermitis bestünden.

Walter U; Krauth C; Wienold M; Dreier M; Bantel S; Droste S; Verfahren zur Steigerung der Teilnahmerate an Krankheitsfrüherkennungsprogrammen
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta136_bericht_de.pdf (1044 KB)
Der medizinischen Teil dieses Berichtes beruht auf vier HTA-Berichten und 22 systematische Übersichtsarbeiten, der ökonomische auf zwei HTA-Berichten, einer Metaanalyse und 15 Primärstudien. Die Mehrzahl der Veröffentlichungen stammen aus den USA und befassen sich mit sekundärpräventiven Maßnahmen. Auf Basis sehr heterogener Daten hinsichtlich der Verfahren, Studienpopulationen und Settings, schließen die Autoren, dass zur Teilnahmeratensteigerung bei der Krankheitsfrüherkennung der Einsatz von Einladungen und Erinnerungssystemen unabhängig vom Adressaten empfehlenswert seien.

Frank W; Konta B; Seiler G; Therapie des unspezifischen Tinnitus ohne Ursache
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta118_bericht_de.pdf (724 KB)
Der HTA-Bericht soll insbesondere die Frage der Effektivität der Therapie des akuten bzw. chronischen Tinnitus ohne organische Ursache beantworten. Im Sinne einer qualitativen Übersichtsarbeit basiert der HTA auf 409 Untersuchungen mit heterogener Darstellungsweise einer außerordentlich großen Zahl an Therapiemethoden. Die Methoden werden nach folgenden Kategorien zusammengefasst: apparativ-akustische Therapien, Elektrostimulation, psychologische Therapieverfahren, Tinnitus-Retrainingtherapie, pharmakologische Therapien, chirurgische Verfahren, sonstige und alternative Therapieverfahren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Therapieverfahren in der Regel keine wissenschaftliche Absicherung aufweisen, die in der Medizin üblich sei. Zahlreiche konkurrierende Tinnitusentstehungsmodelle hätten zu verschiedensten Therapieansätzen geführt. Vorraussetzung für eine evidenzbasierte Behandlung sei daher, zunächst der Erforschung der Tinnitusursachen Vorrang einzuräumen.

Lange-Lindberg AM; Velasco-Garrido M; Busse R; Misteltherapie als begleitende Behandlung zur Reduktion der Toxizität der Chemotherapie maligner Erkrankungen
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta117_bericht_de.pdf (771 KB)
Die Literaturrecherche ergab 54 für die Beantwortung der Fragestellung relevante Studien. Die Ergebnisse der Studien seien in der Hinsicht widersprüchlich, dass sowohl positive als auch keine Effekte der Misteltherapie auf die Häufigkeit bzw. Schweregrad der chemotherapiebedingten Nebenwirkungen berichtet werden. Bei der Behandlung von Brustkrebs würden jedoch Studienergebnisse nahe legen, dass die Addition von auf Mistellektin I normierte Mistelpräparate zur konventionellen Chemotherapie einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität haben kann.

Schnell-Inderst P; Kunze S; Hessel F; Grill E; Siebert U; Nickisch A; von Voss H; Wasem J
Hörscreening für Neugeborene - Update
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta137_bericht_de.pdf (3042 KB)
Dieser Bericht aktualisiert einen Vorgänger-HTA-Bericht aus dem Jahr 2004. Zum gleichen Thema erstellt zur Zeit das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine umfassende Analyse im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses. Die DIMDI-Autoren sehen aufgrund Ihrer Update-Recherche die Evidenz als gesichert an, dass universelle Hörscreening Programme für Neugeborene (UNHS) bei entsprechender Qualitätssicherung eine Vorverlegung der Therapie in das Lebensalter von sechs Monaten erzielen können. Hinweise auf relevante negative Auswirkungen des Screenings auf Kinder mit falsch positiven Testergebnissen und deren Eltern wurden nicht identifiziert. Schwieriger sei eine empirische Absicherung der genauen Abschätzung der Vorteile einer frühen Intervention. Randomisierte Studien verbieten sich hier aus ethischen Gründen, prospektive Beobachtungsstudien mit langfristigem Zeithorizont bei seltenen Erkrankungen sind aufwändig und langwierig. Gleichzeitig seien jedoch die Vorteile einer frühen Intervention für eine normale Sprachentwicklung sehr wahrscheinlich. Die Autoren empfehlen daher, ein UNHS-Programm als GKV-Leistung in Deutschland einzuführen. Bei stationären Geburten sollte es wegen der zu erzielenden höheren Erfassungsraten und der günstigeren Untersuchungsbedingungen bei Neugeborenen noch während des Krankenhausaufenthalts durchgeführt werden.

Bockelbrink A; Rasch A; Roll S; Willich SN; Greiner W
Welche Auswirkung hat die Kataraktoperation auf das Entstehen oder das Fortschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD)?
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta145_bericht_de.pdf (507KB)
Ziel dieser Arbeit war die Beurteilung der medizinischen und ökonomischen Auswirkungen von Kataraktextraktionen auf das Entstehen oder Fortschreiten einer AMD. Insgesamt zeigt der HTA-Bericht, dass es nur wenige Veröffentlichungen gab, die sich mit der Entwicklung von AMD infolge von Kataraktextraktionen befassten. Das wissenschaftliche Evidenzniveau wird als nicht sehr hoch bewertet, so dass es für die Autoren nicht möglich war, zu einer eindeutigen medizinischen Schlussfolgerung zu gelangen.

Zietemann V; Schwarzer R; Bewertung des Mehrnutzens der Therapie mit Glitazonen im Vergleich zur Therapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen bei der Behandlung des Typ 2 Diabetes mellitus
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta150_bericht_de.pdf (1001 KB)
Für die Bewertung der klinischen Effektivität wurden insgesamt 38 Vollpublikationen (und 25 zusätzliche Abstracts) eingeschlossen. Der Bericht findet keine ausreichende Evidenz aus randomisierten, kontrollierten Studien zum Vergleich von Glitazonen mit Metformin oder Sulfonylharnstoffen (SH) in Bezug auf die Langzeitendpunkte Morbidität und Mortalität. Aus randomisierten, kontrollierten Studien mit vergleichsweise kurzen Zeithorizonten lasse sich jedoch auf Basis der dort untersuchten Surrogatparameter eine Überlegenheit der Glitazone im Vergleich zu Metformin oder SH ableiten. Die gesundheitsökonomischen Evaluationen würden darauf hindeuten, dass Glitazone kosteneffektiv seien.

Alle HTA-Berichte sind über die DIMDI-Homepage unter HTA/ Veröffentlichungen/ DAHTA-Datenbank als Volltextdokumente kostenlos erhältlich. Die meist sehr umfangreichen Technologiebewertungen sind als wissenschaftliches Informationsangebot ohne direkte Verbindlichkeit zu verstehen. Detaillierte Informationen zum Thema HTA beim DIMDI finden Sie im Untermenu "HTA" auf deren Homepage www.dimdi.de.