Gorenoi V; Dintsios CM; Schönermark MP; Hagen A.
Laparoskopische vs. offene Appendektomie - Systematische Übersicht zur medizinischen Wirksamkeit und gesundheitsökonomische Analyse
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta148_bericht_de.pdf (530 KB)
Auf Basis randomisierter kontrollierter Studien kommen die Autoren zu folgenden Schlussfolgerungen: Die laparoskopische Appendektomie zeigt sowohl zum Teil geringe Vor- (Diagnostik, Wundinfektionen, Schmerzintensität, kosmetisches Ergebnis und Lebensqualität) als auch Nachteile (intraabdominale Abszesse) im Vergleich zur offenen Appendektomie. Aus gesundheitsökonomischer Sicht sind laparoskopische und offene Appendektomien bei Betrachtung der direkten stationären und indirekten Kosten insgesamt ähnlich. Die Entscheidung zwischen den beiden Alternativen sollte daher von den behandelnden Ärzten individuell getroffen werden

Zahn von J; Schnell-Inderst P; Gothe H; Häussler B; Menke D; Brüggenjürgen B; Willich S; Wasem J. Episiotomie bei der vaginalen Geburt
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta131_bericht_de.pdf (1578 KB)
Die wesentlichen Schlussfolgerungen der Autoren sind: Episiotomien vermeiden anteriore Traumen. Die in älteren Publikationen darüber hinaus beschriebenen positiven Auswirkungen, wie die Vermeidung von Dammverletzungen und Senkungsbeschwerden und der Schutz des Neugeborenen vor intrakraniellen Blutungen und Asphyxie werden jedoch nicht erreicht. Dieser geringe Vorteil wird mit einem vermehrten Blutverlust, mehr höhergradigen Dammverletzungen, Wundheilungsstörungen und mehr postnatalen Schmerzen erkauft. Eine gesundheitsökonomische entscheidungsanalytische Modellierung kam zu dem Ergebnis, dass bei einem kurzfristigen Zeithorizont bis zu vier Wochen nach der Geburt eine restriktive Episiotomiestrategie kostengünstiger ist.

Schumacher H; Müller-Nordhorn J; Roll S; Willich SN; Greiner W
Drotrecogin alfa (aktiviert) bei der Behandlung der schweren Sepsis
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta147_bericht_de.pdf (931 KB)
Zusammenfassend kommt der Bericht zu dem Schluss, das die Therapie mit Drotrecogin alfa (aktiviert) (DAA) im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit schwerer Sepsis und hohem Letalitätsrisiko zu einer signifikanten Reduktion der 28-Tage-Mortalität zu führen scheint. Eine längerfristige Reduktion der Mortalität über die 28 Tage hinaus sei unter der Therapie mit DAA nicht erfolgt. Bei Patienten mit niedrigerem Letalitätsrisiko reduziere die Therapie mit DAA nicht die 28-Tage-Mortalität, sondern sei mit einer erhöhten Blutungsrate verbunden. Kosteneffektiv war DAA lediglich bei Vorliegen eines Multiorganversagens oder bei einem APACHE-II-Score > 25.

Nocon M; Mittendorf T; Roll S; Greiner W; Willich SN; Graf von der Schulenburg JM
Welchen medizinischen und gesundheitsökonomischen Nutzen hat die Kolposkopie als primäres Screening auf das Zervixkarzinom?
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta198_bericht_de.pdf (295 KB)
Auf der Basis von vier Studien, die die vorab definierten Einschlusskriterien erfüllten, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Sensitivität der Kolposkopie noch unter der für ihre niedrige Sensitivität kritisierten zytologischen Verfahren liegt. Die Kolposkopie wird daher nicht zum Einsatz im primären Screening auf Zervixkarzinom empfohlen.

Gorenoi V; Schönermark MP; Hagen A
Nutzen und Risiken hormonaler Kontrazeptiva bei Frauen
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta187_bericht_de.pdf (662 KB)
Der Bericht kommt zu folgenden wesentlichen Ergebnissen: Bei perfekter Anwendung erwiesen sich alle hormonalen Kontrazeptiva mit Ausnahme der Notfallkontrazeptiva als die wirksamsten reversiblen kontrazeptiven Methoden (Rate ungewollter Schwangerschaften: 0,05 % bis 0,3 %). Bei typischer Anwendung zeigten allerdings hormonale orale Kontrazeptiva, Injektionen, Pflaster und Vaginalinge eine niedrigere Wirksamkeit (Rate ungewollter Schwangerschaften: 3 % bis 8 %). Das Risiko für venöse Thromboembolien war drei- bis sechsfach, für Schlaganfälle und Myokardinfarkte zwei- bis dreifach erhöht und ging nach der Medikamentenabsetzung zurück. Das Risiko war von Östrogendosis und Gestagentyp abhängig. Für Ovarial- und Endometriumkarzinome zeigte sich eine ca. 0,5- bzw. 0,7-fache Risikoreduktion, für Brustkrebs und Zervixkarzinom eine ca. 1,2- bzw. 1,6-fache Risikoerhöhung.

Mittendorf T; Nocon M; Roll S; Mühlberger N; Sroczynski G; Siebert U; Willich SN; Graf von der Schulenburg JM; HPV-DNA-Diagnostik zur Zervixkarzinomfrüherkennung
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta199_bericht_de.pdf (798 KB)
Die Verfasser kommen zu dem Fazit, dass durch eine Integration des HPV-Tests in die Zervixkarzinomfrüherkennung die Rate falsch negativer Diagnosen gesenkt werden könnte. Dabei könnte der HPV-Test in Kombination mit zytologischen Tests oder als alleiniger primärer Test mit anschließender Zytologie für HPV-positive Frauen eingesetzt werden. Offen bleibe jedoch die genaue Umsetzung innerhalb des Gesundheitswesens, etwa die Häufigkeit bzw. Frequenz des Screenings, Fragen der Compliance oder der genaue Altersbereich, in dem gescreent werden solle.

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