In der Schriftenreihe HTA des DIMDI wurden nunmehr weitere Berichte veröffentlicht, deren Ergebnisse wir im Folgenden kurz darstellen möchten.

Stürzlinger H; Antony K; Pichlbauer E
Koronarkalkbestimmung mit CT-Verfahren bei asymptomatischen Risikopatienten
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta124_bericht_de.pdf (1008 KB)

Obwohl in dem HTA erhebliche Limitationen aufgezeigt werden, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die Koronarkalkmessung gegenüber traditioneller Risikoeinstufung (Framinghamscore) einen zusätzlichen Informationswert biete und die Kosteneffektivität der Elektronenstrahltomographie (EBCT) als Filteruntersuchung im Rahmen der KHK-Diagnose positiv zu bewerten sei.

Die Begründung für diese Schlussfolgerung lässt u.E. einige Fragen offen, da dem Bericht keine validen Sensivitäts- und Spezifitätsdaten zu entnehmen sind und weitere Konsequenzen aus frgl. positiven Testergebnissen bei asymptomatischen Patienten kaum diskutiert werden. Auch wird die, für eine Srceeninguntersuchung, nicht unerhebliche Strahlenbelastung nicht thematisiert.

Eidt D; Roll S; Kulp W; Müller-Nordhorn J; Vauth C; Greiner W; Willich SN; Graf von der Schulenburg JM; Bypassmaterialien in der Gefäßchirugie
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta120_bericht_de.pdf (564 KB)

Die recherchierte Studienlage zeigt, dass die autologe Vene jedem anderen Material überlegen ist und sich zwischen den verschiedenen synthetischen Materialien kein eindeutiger Unterschied feststellen lässt. Aussagekräftige gesundheitsökonomische Bewertungen lagen nicht vor. Ferner stellen die Autoren fest, dass die Entscheidung über das Bypassmaterial vom Gefäßchirurgen aus medizinischen Gesichtspunkten getroffen wird. So hängt die Wahl des Bypassmaterials vom Operationsgebiet, der Verfügbarkeit der autologen Vene, der zur Verfügung stehenden Operationszeit und der Situation des Patienten ab.

Angesichts dieser Schlussfolgerungen erscheint aus unserer Sicht die Relevanz dieses HTA für die medizinische Praxis eher begrenzt.

Rosian I; Pichlbauer E; Stürzlinger H; Einsatz von Statinen in der Primärprävention
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta133_bericht_de.pdf (761KB)

Die Autoren empfehlen einen leitlinienkonformen Einsatz von Statinen in der Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen und stellen weiter fest, dass zur Prävention von Schlaganfall, Demenz und Osteoporose keine definitiven Aussagen getroffen werden können.

Claes C; Kulp W; Greiner W; Graf von der Schulenburg JM; Werfel T
Therapie der mittelschweren und der schweren Psoriasis
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta129_bericht_de.pdf (1.000 KB)

Der Bericht beinhaltet eine differenzierte Darstellung der zahlreichen therapeutischen Verfahren und ihrer Effektivität, sowie gesundheitsökonomische Analysen. Aus medizinischer Sicht begrüßen die Autoren es ausdrücklich, dass sich das therapeutische Spektrum in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert hat. Es wird darauf hingewiesen, dass durch die Beschränkung der Auswertung auf randomisierte kontrollierte Studien viele etablierte Therapieverfahren nicht dargestellt wurden, was jedoch nicht bedeute, dass diese Verfahren automatisch untauglich wären.

Heinen-Kammerer T; Wiosna W; Nelles S; Rychlik R
Monitoring von Herzfunktionen mit Telemetrie
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta125_bericht_de.pdf (718 KB)

Die Autoren sehen im telemetrischen Monitoring von Herzerkrankungen viele Vorteile und führen an, dass der Einsatz von Informations- und Kommunikationssystemen im Gesundheitswesen maßgeblich zur Stärkung einer patientenorientierten Versorgung beitragen kann.

Frank W; Konta B; Prusa N; Raymann C; Bedeutung der intensivierten Pflege
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta132_bericht_de.pdf (269 KB)

Für die Beurteilung der intensivierten Pflege konnten nur wenige relevante Studien identifiziert werden, sodass noch deutlicher Forschungsbedarf im Bereich der Pflegewissenschaften konstatiert wird. Die vorhandenen Studien zeigen zwar einheitlich Erfolge einer intensivierten Pflege auf, zur Kosteneffektivität liegen jedoch bisher keine Erkenntnisse vor.

Aidelsburger P; Grabein K; Huber A; Hertlein H; Wasem J; Die elastisch stabile intramedulläre Nagelung bei instabilen kindlichen Unterarmschaftfrakturen
Volltext: http://gripsdb.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta121_bericht_de.pdf (747 KB)

Auf der Basis von wenigen Fallserien und kleinen retrospektiven Vergleichsstudien schließen die Autoren, dass es wenig Evidenz für die Überlegenheit der ESIN gegenüber der konservativen Therapie gibt.
Unter dem Gesichtspunkt, dass hier die Beurteilung eines chirurgischen Standardverfahrens erfolgt, dass als Therapie der ersten Wahl angewendet wird, wenn eine ausreichende Frakturstabilität konservativ nicht zu erwarten ist, erscheint u.E. die Schlussfolgerung wenig hilfreich. Außerdem ist es diskussionswürdig, ob ein 159-seitiger HTA-Bericht bei obiger Studienlage grundsätzlich sinnvoll ist.

Alle HTA-Berichte sind über die DIMDI-Homepage unter HTA/ Veröffentlichungen/ DAHTA-Datenbank als Volltextdokumente kostenlos erhältlich. Die meist sehr umfangreichen Technologiebewertungen sind als wissenschaftliches Informationsangebot ohne direkte Verbindlichkeit zu verstehen. Detaillierte Informationen zum Thema HTA beim DIMDI sind im Untermenu "HTA" auf deren Homepage www.dimdi.de verfügbar.