Über die Veröffentlichung der Vorabversion des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) 2013 am 14.08.2012 haben wir Sie ausführlich informiert. Nun möchten wir Ihnen mitteilen, dass das Deutsche Institut für Dokumentation und Information (DIMDI) am 23.10.2012 die endgültige Fassung des OPS 2013 auf seinen Internetseiten veröffentlich hat (www.dimdi.de, unter der Rubrik Klassifikationen, Prozeduren, OPS).

Über Neuerungen, welche sich unter anderem für Operationen an Herz und herznahen Gefäßen, Kolonresektionen, Vakuumversiegelungen, Transfusionen von Plasma, in den Bereichen ECMO, Endoprothetik und Intensivmedizin sowie für die Behandlung bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen ergaben, haben wir Sie in unserem o.g. Rundschreiben in Kenntnis gesetzt. Von der Vorabversion zur Endversion des OPS 2013 haben sich zusätzliche Änderungen ergeben, die der Differenzliste des DIMIDI zu entnehmen sind. Nachfolgend einige beachtenswerte Änderungen, die sich von der Vorab- zu der Endversion des OPS 2013 ergeben haben:

- Neueinführung von Komplexkodes für die „Diagnostik bei Verdacht auf Gefährdung von Kindeswohl und Kindergesundheit“ (1-945).
- Zusätzliche Streichungen von Kodes für Operationen an den Augen in den Kodebereichen 5-08, 5-11, 5-12 und 5-13.
- Schaffung von zwei neuen Kodebereichen für die „endovaskuläre Implantation von Stent-Prothesen bei Hybridverfahren an Aorta ascendens, Aortenbogen oder Aorta thoracica“ (5-38a.a) bzw. „…bei Hybridverfahren an der Aorta thoracoabdominalis“ (5-38a.b). Die perkutan-transluminale Einbringung von Stent-Prothesen (Stent-Graft) in die Aorta über großlumige Schleusen ist nunmehr ausschließlich mit Kodes aus 5-38a zu verschlüsseln. Die Kodes für perkutan-transluminale Stentimplantationen aus den Kodebereichen 8-842 bzw. 8-848 für die Lokalisationen „Aorta“ und „Aortenisthmus“ wurden gestrichen. Zur Klarstellung der Kodierung erfolgte die Aufnahme eines entsprechenden Inklusivums im Kodebereich 5-38a bzw. von Exklusiva in den Kodebereichen 8-842 und 8-848.
- Zusätzlich zu den bereits in der Vorabversion veröffentlichten umfangreichen Änderungen in den Kodebereichen 5-455 „Partielle Resektion des Dickdarmes“ und 5-456 „(Totale) Kolektomie und Proktokolektomie“ erfolgte nun die Streichung des Kodebereiches 5-458 „Erweiterte Kolonresektion mit Entfernung von Nachbarorganen“. Die bisher unter diesem Kodebereich abgebildeten Eingriffe sind jetzt mit Kodes aus 5-455 bzw. 5-456 zu verschlüsseln, wo entsprechende Hinweistexte ergänzt wurden.
- Ebenfalls gestrichen wurden die Kodes aus 5-484.7 „Operationen am Rektum, erweiterte anteriore Resektion mit Entfernung von Nachbarorganen“. Der Hinweistext „Die (Teil)-Resektion von Nachbarorganen ist gesondert zu kodieren“ gilt nun für alle Kodes des Kodebereiches 5-484.
- Das Kapitel 6 des OPS („Applikation von Medikamenten“) wurde um zahlreiche Medikamente erweitert. Gleichzeitig erfolgten für verschiedene bereits hier enthaltene Medikamente Neudefinitionen bzw. Änderungen von Dosisklassen.
- Für die „nicht invasive Kühlung durch Anwendung eines sonstigen Kühlpads oder Kühlelementesystems“ wurde ein neuer Kode (8-607.4) definiert.
- Im Kodebereich 8-83b „Zusatzinformation zu Materialien“ wurden unter anderem die Zusatzkodes für die „Verwendung medikamentenfreisetzender Ballons“ nach der Anwendung an Koronargefäßen und der Anwendung an anderen Gefäßen unterteilt (8-83b.bff).
- Neueinführung des Kodes 8-812.9 für „Humanes Protein C, parenteral“.

Für Kodes, die nur für Leistungen anzugeben sind, welche in Einrichtungen im Geltungsbereich des § 17d KHG erbracht wurden, möchten wir auf folgende Änderungen hinweisen:

- Die Mindestmerkmale der Kodebereiche für „Aufwendige Diagnostik bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen“
(1-903) sowie „…bei Kindern und Jugendlichen“ (1-904) wurden dahingehend ergänzt, dass nunmehr auch die für die Auswertung der diagnostischen Maßnahmen benötigte Zeit bei der Berechnung der täglich zu erbringenden Mindestzeit (2 Stunden pro Tag) berücksichtigt werden kann.
- In den Kodebereichen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie (9-65, 9-66 und 9-68) wurde die für eine Therapieeinheit (TE) geforderte Mindestzeit von bisher 25 Minuten auf 15 Minuten verkürzt.
- Der Kode 9-624.0 für die „Psychotherapeutische Komplexbehandlung“ war bisher erst ab 3 Therapieeinheiten pro Woche kodierbar. Ab dem Jahr 2013 ist dieser Kode bereits bei Erbringung einer 1/12 TE pro Woche kodierbar. Dadurch werden in  Erfassungszeiträumen von weniger als einer Woche anteilig erbrachte TE abbildbar.

Erläuterungen des DIMDI zu inhaltlichen Änderungen oder Ergänzungen im amtlichen OPS Version 2013 stehen hier zum Download bereit. Einen detaillierten Überblick über alle Änderungen bietet die endgültige Aktualisierungsliste, welche allerdings aufgrund ihres großen Umfanges lediglich elektronisch übermittelt wird und im Postversand nicht beiliegt.

Die PDF-Versionen der Aktualisierungsliste, der Systematik des amtlichen OPS 2013 und der Differenzliste stehen im Downloadcenter des DIMDI kostenlos zur Verfügung. Alle anderen Dateiformate, die Metadaten und die Überleitungstabelle sind kostenpflichtig im DIMDI-Webshop erhältlich. Bitte beachten Sie, dass sich einige Dateinamen gegenüber den Vorjahren geändert haben und dass bei den Metadaten drei neue Felder (10, 11 und 12) eingefügt wurden, wodurch sich die Nummern der folgenden Felder entsprechend geändert haben. Das alphabetische Verzeichnis zum OPS 2013 wird lt. DIMDI an die Änderungen im systematischen Verzeichnis angepasst und in Kürze ebenfalls veröffentlicht.