Nach § 4 der Vereinbarung zu den Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie und Psychosomatik gemäß § 17d KHG haben die Selbstverwaltungspartner eine jährliche Überprüfung und ggf. Anpassung der Kodierrichtlinien zur Berücksichtigung von Änderungen der klinischen Praxis und des medizinischen Fortschritts sowie zur Anpassung an den jeweiligen Entwicklungsstand des neuen Vergütungssystems vereinbart.
Bereits im Dezember 2011 nahmen die Selbstverwaltungspartner die Verhandlungen zu den DKR-Psych auf und schlossen diese im September 2012 erfolgreich ab. Neben der Anpassung der Kodierrichtlinien an die neuen Klassifikationssysteme für Diagnosen (ICD-10-GM 2013) und Prozeduren (OPS 2013) stand primär die inhaltliche Klarstellung einzelner Kodierrichtlinien im Vordergrund.
Auch in diesem Jahr wurden im Ergebnis lediglich geringfügige Modifikationen vorgenommen, dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass das neue Vergütungssystem in seinen Strukturen bei den Verhandlungen zu den DKR-Psych noch weitgehend unbekannt war.
Die Änderungen beruhen maßgeblich auf Anpassungen der DKR für das DRG-System, die eine konsekutive Anpassung der DKR-Psych sinnvoll erscheinen ließen und zudem den Anwendern, soweit möglich, einheitliche Regelungen zur Verfügung stellen.

Nachfolgend werden die Änderungen in den DKR-Psych für das Jahr 2013 beschrieben:

Im Abschnitt Allgemeine Kodierrichtlinien für Krankheiten wurde in der DKR-Psych PD002 Hauptdiagnose der Absatz zur Kodierung von Erkrankungen bzw. Störungen nach medizinischen Maßnahmen gestrichen und in die neu geschaffene DKR-Psych PD015 Erkrankungen bzw. Störungen nach medizinischen Maßnahmen übernommen. Gleichzeitig wurde klargestellt, dass diese Regelungen auch für die Kodierung als Nebendiagnose entsprechend gelten. Dabei sind die Kriterien der Nebendiagnosedefinition zu beachten.
Weiterer Klarstellungsbedarf ergab sich aufgrund eines auf das DRG-System bezogenen Urteils des Bundessozialgerichtes (BSG) vom 25. November 2012 (Az.: B 3 KR 4/10 R). Dieses besagt, dass bei Durchführung einer Maßnahme, welche die Haupt- und Nebendiagnose gleichermaßen betreffe, die Nebendiagnose nicht mehr kodiert werden dürfe. In der AG Klassifikation konnte Einigkeit dahingehend erzielt werden, dass eine von diesem Urteil abweichende Klarstellung in die DKR für das DRG-System aufgenommen wird. Da diesbezüglich uneinheitliche Regelungen neue Fragen aufgeworfen hätten, wurde analog zu den DKR für das DRG-System auch in den DKR-Psych PD003 Nebendiagnosen klargestellt, dass Nebendiagnosen auch dann verschlüsselt werden können, wenn eine Maßnahme mehreren Diagnosen (entweder Hauptdiagnose und Nebendiagose(n) oder mehreren Nebendiagnosen) zugeordnet werden kann. Es ist damit unerheblich, ob die therapeutische(n)/diagnostische(n) Maßnahme(n) bzw. erhöhter Betreuungs-, Pflege- und/oder Überwachungsaufwand auch in Bezug auf die Hauptdiagnose geboten waren.                      
Des Weiteren wurde im Abschnitt Allgemeine Kodierrichtlinien für Prozeduren die DKR-Psych PP001 Allgemeine Kodierrichtlinien für Prozeduren das Beispiel 3 an die Änderun-gen bei dem OPS-Kode 5-455.64 Partielle Resektion des Dickdarms; Hemikolektomie links; offen chirurgisch mit Anastomosen-Anus praeter angepasst.
Änderungen in den DKR-Psych werden gegenüber dem Vorjahr durch einen schwarzen Balken am rechten Rand gekennzeichnet. Darüber hinaus tragen Kodierrichtlinien mit inhaltlichen Änderungen in der Version 2013 am Ende der 5-stelligen Grundnummer den kleinen Buchstaben „c“. Im Anhang B zu den DKR-Psych werden wesentliche Änderungen im Vergleich zur Vorversion zusammenfassend dargestellt. Die DKR-Psych treten zum 01.01.2013 in Kraft.

Aufgrund des Umfanges haben wir die DKR-Psych nicht als Anlage beigefügt und möchten hier auf die Homepage der DKG und des InEK verweisen. Vorsorglich möchten wir noch darauf hinweisen, dass in Abhängigkeit von der Entscheidung des BMG über eine Ersatzvornahme gegebenenfalls noch mit weiteren Änderungen in den DKR-Psych zu rechnen ist. Diese würden dann zeitnah bekanntgegeben werden.