Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat am 25.10.2011 die endgültige Fassung des Operationen- und Prozedurenschlüssels 2012 (OPS) auf seinen Internetseiten veröffentlicht (www.DIMDI.de Rubrik: Klassifikationen, Prozeduren).

Die Systematik des amtlichen OPS 2012 und die Aktualisierungsliste zur Systematik wurden im Downloadcenter des DIMDI kostenlos als PDF-Dateien zur Verfügung gestellt (www.DIMDI.de-Klassifikationen-Downloadcenter-OPS-Version 2012). Ebenfalls kostenfrei im Downloadcenter verfügbar sind die Differenzliste, welche Änderungen der Endversion des OPS 2012 gegenüber der Vorabversion enthält und eine Aktualisierungsliste zu den Pflegekomplexmaßnahmen-Scores (PKMS). Alle anderen Formate, die Metadaten und die Überleitungstabelle sind wie gewohnt im DIMDI-Webshop erhältlich. Das alphabetische Verzeichnis zum OPS 2012 wird laut DIMDI an die Änderungen im systematischen Verzeichnis angepasst und in Kürze veröffentlicht.

Über die Änderungen für Operationen an Brustwand, Pleura, Mediastinum und Zwerchfell, für Herzschrittmacher und Defibrillatoren, für Operationen am Lymphgewebe, für Operationen an der Wirbelsäule, für Operationen an der Mama und im Bereich der hochaufwendigen Pflege von Patienten haben wir bereits in dem Rundschreiben zur Vorabversion des OPS 2012 informiert. Einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Neuerungen im OPS 2012 gibt der Kommentar des DIMDI („Was ist neu im OPS Version 2012?“). Alle Änderungen im Detail sind der auf den Internetseiten des DIMDI verfügbaren Aktualisierungsliste zu entnehmen.

Die Differenzliste enthält alle Änderungen der endgültigen OPS-Fassung gegenüber der Vorabversion.

Eine besonders beachtenswerte Änderung die sich von der Vorabversion zur Endversion des OPS 2012 ergeben hat, ist die nochmalige Überarbeitung der Pflegekomplexmaßnahmen Scores für Erwachsene (PKMS-E), Kinder und Jugendliche (PKMS-J) und Kleinkinder (PKMS-K). Durch die Ergänzung der Kriterien für die hochaufwendige Pflege bei Patienten mit Querschnittlähmung und die zusätzliche Integration der beiden Leistungsbereiche Kreislauf- und Wundmanagement in der speziellen Pflege für Patienten mit Hemi-, Para- oder Tetraplegie ergaben sich bereits in der Vorabversion zahlreiche Änderungen im PKMS-E. Nun wurden auch die PKMS-J Matrix und PKMS-K Matrix entsprechend um die Leistungsbereiche Wund- und Heilbehandlung ergänzt. Hierdurch erhöht sich die Summe der maximal pro Tag zu erreichenden Aufwandspunkte im Bereich des PKMS-E von bisher 13 auf 17, im Bereich des PKMS-J von bisher 14 auf 16 und im Bereich des PKMS-K von bisher 12 auf nunmehr 14 Punkte. Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Änderungen und Ergänzungen vorgenommen, vor allem für den PKMS-E. Insgesamt betrachtet handelt es sich hierbei, mit Ausnahme der Klarstellung der Tatsache, dass für die Kodierung der PKMS auch Kalendertage auf Intermediate-Care-Stationen heranzuziehen sind, in erster Linie um Ergänzungen der von nahezu allen Anwendern kritisierten „Gründe“ und Ausweitungen der Pflegeinterventionen. Die Aktualisierungsliste gibt einen Überblick über die zahlreichen Veränderungen der PKMS zum OPS 2012.

Durch die vorgenommenen Änderungen des PKMS zeichnet sich eine Steigerung des bereits derzeit von allen Seiten kritisierten Dokumentationsaufwandes ab. Vorschläge zur Überarbeitung des PKMS mit dem Ziel, die für die Dokumentation aufzuwendende Zeit im Interesse der Pflegenden und damit auch der Patienten zu reduzieren lagen dem DIMDI vor, wurden aber nicht umgesetzt.

Nachfolgend einige weitere beachtenswerte Änderungen die sich von der Vorabversion zur Endversion des OPS 2012 ergeben haben:

- Streichung von selbstexpandierenden Xenotransplantaten mit Fixierungsnähten aus den Listen für die Art des Transplantats bzw. Art des Wechsels in den OPS-Kodebereichen 5-351 „Ersatz von Herzklappen durch Prothese bzw. 5-352 „Wechsel von Herzklappenprothesen“.

- Überarbeitung einiger in der Vorabversion des OPS 2012 neu eingeführter Kodes des Kodebereichs 5-378.b “Systemumstellung Herzschrittmacher auf Herzschrittmacher oder Defibrillator“.

- Neudefinition des Kodebereiches 5-936 „Verwendung von Arzneimittel für neuartige Therapien“ (inkl. Chondrozyten-Präparate). Diese Zusatzkodes wurden eingeführt für die Verwendung von Gentherapeutika, somatischen Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeiteten Gewebeprodukten (Tissue-Engineering-Produkte) mit nationaler Genehmigung (5-936.0) und internationaler Zulassung (5-936.1).

- Kapitel 6 des OPS:
Änderung bzw. Neueinführung von (Kinder)-Dosisklassen für eine Reihe von bereits im OPS enthaltenen Medikamenten. Streichung der Kodes für Gemtuzumab Ozogamicin (6-001.2-), parenteral und Siataxentan, oral (6-004.8). Einführung eines Kodes für Eltrombopag, oral (6-006.0).

- Umfangreiche Überarbeitung des Kodebereiches 8-530 „Therapie mit offenen Radionukliden“

- Differenzierung der Kodes für die intraarterielle Spasmolyse … bei zerebrovaskulären Vasospasmen (8-83c.6-) und … an sonstigen Gefäßen (8-83c.7-), jeweils unterteilt nach der Anzahl der Gefäße.

- Neudefinition von Kodes für die „spezialisierte stationäre palliativmedizinische Komplexbehandlung“ (8-98e-) unterteilt nach der Anzahl der Behandlungstage. Zusätzlich zu den im bereits existierenden OPS-Kode 8-982 „Palliativmedizinische Komplexbehandlung“ geforderten Mindestmerkmalen, enthält dieser neue Kodebereich Vorgaben für strukturelle Gegebenheiten und Belange der Arbeitsorganisation, welche keinerlei Patientenbezug aufweisen, jedoch einen enormen Dokumentations- und Prüfaufwand bedingen, was von der DKG zuvor scharf kritisiert wurde.

Aufgrund der besonderen Bedeutung für den Bereich Psychiatrie/Psychosomatik haben wir wichtige Änderungen der OPS-Version 2012 im Geltungsbereich des § 17d KHG zusammengefasst.