Die Ambulanten Kodierrichtlinien sind ab dem 1. Januar 2011 bundesweit gültig. Um den Ärzten jedoch Zeit zu geben, sich mit den Kodierrichtlinien vertraut zu machen, haben die Partner der Bundesmantelverträge (KBV und GKV-Spitzenverband) eine 6-monatige Einführungsphase beschlossen, in der die Ambulanten Kodierrichtlinien bereits verbindlich anzuwenden sind, Fehler beim Kodieren aber bis einschließlich 30.6.2011 sanktionsfrei bleiben. Über Art und Umfang der ab 1.7.2011 möglichen Sanktionen liegen derzeit noch keine Informationen vor.

Mit Rundschreiben Nr. 152/2010 zur Veröffentlichung der Ambulanten Kodierrichtlinien Version 2010 haben wir ausführlich über gesetzliche Grundlagen, Aufbau und Struktur der Ambulanten Kodierrichtlinien informiert. Ebenso über die Anlehnung der Ambulanten Kodierrichtlinien an die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) und wichtige Unterschiede zwischen AKR und DKR, wie die Definition der Behandlungsdiagnosen, deren Bezug auf den Behandlungsfall bzw. das Quartal und die verpflichtende Angabe von Zusatzkennzeichen für die Diagnosensicherheit. Die Ambulanten Kodierrichtlinien unterscheiden sich von den stationären Kodierrichtlinien insbesondere auch hinsichtlich der Kodierung von Symptomen und bezüglich der sogenannten Plausibilitätskriterien zur Validierung der Diagnosestellung, welche für die DKR nicht gelten.

Einige wichtige Unterschiede zwischen AKR und DKR sind in der Anlage 1 zusammengefasst.

Wesentliche Änderungen zwischen den Versionen 2010 und 2011 der Ambulanten Kodierrichtlinien sind in der dort enthaltenen Zusammenfassung aufgeführt (Anlage 2).
Beachtenswert sind u. a. folgende Änderungen:

- Die Aufnahme einer neuen Regel bezüglich der Kodierung somatischer Diagnosen durch Psychotherapeuten in die AKR A07 („Behandlungsdiagnosen in besonderen Situationen“).

- Aufnahme einer neuen speziellen Kodierrichtlinie für das Locked-in-Syndrom und das apallische Syndrom (AKR B0607).

- Streichung des Plausibilitätskriteriums und Einführung von zwei neuen Beispielen für die AKR B1002 („Chronische obstruktive Lungenkrankheit und Asthma bronchiale“).

- Komplette Überarbeitung und Umbenennung der AKR B1901 („Allergisch bedingte Krankheiten und allergische Reaktionen“).

- Aufnahme einer neuen speziellen Kodierrichtlinie für Metallentfernungen (B1902).

- Neuaufnahme eines Schlagwortverzeichnisses.

Die Ambulanten Kodierrichtlinien 2011 gelten „für alle ärztlichen Leistungen sowie für alle Leistungen von Psychologen und Psychotherapeuten und Kinder- und Jugend-Psychotherapeuten die ambulant und belegärztlich zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden“. Laut AKR sind hiervon lediglich die nach § 115b SGB V im Krankenhaus durchgeführten ambulanten Operationen und stationsersetzenden Eingriffe ausgenommen (AKR A01 „Grundregeln“). Nach Rechtsauffassung der DKG ist zusätzlich zumindest die ambulante Notfallversorgung im Krankenhaus vom Geltungsbereich der Ambulanten Kodierrichtlinien auszunehmen. Mit Rundschreiben Nr. 271/2010 informierten wir Sie über die unterschiedlichen Standpunkte der DKG und der Partner der Bundesmantelverträge zum Geltungsbereich der Ambulanten Kodierrichtlinien. Die angekündigte Stellungnahme der Partner Bundesmantelverträge zu diesem Thema steht immer noch aus. Derzeit wird DKG-intern auch die Gültigkeit der Ambulanten Kodierrichtlinien für Hochschulambulanzen geprüft. Über künftige Entwicklungen in dieser Angelegenheit werden wir Sie zeitnah informieren.

Auf eine Übersendung der AKR 2011 wird aufgrund des großen Umfanges verzichtet. Diese stehen jedoch kostenfrei auf der Hompage der KBV zum Download bereit.