Über Änderungen im diesjährigen Revisionsverfahren, wie beispielsweise die Neustrukturierung der Kodes für das Anlegen oder Wechseln von selbstexpandierenden Stents in Gallengängen, Ergänzungen bei den arthroskopischen Operationen, Überarbeitung der Kodes für die chirurgische Wundtoilette [Wunddebridement] und Operationen an Metatarsale und Phalangen des Fußes haben wir bereits im oben genannten Rundschreiben informiert. Nicht in der Vorabversion des OPS 2011 enthalten waren die in der Endversion des OPS 2011 erstmals veröffentlichten Überarbeitungen der Kodes für Behandlungen bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen aus dem Kapitel 9 des OPS sowie zur Diagnostik bei psychischen und psychosomatischen Störungen und Verhaltensstörungen aus dem Kapitel 1 des OPS. Bitte beachten Sie, dass wir hierzu in einem gesonderten Rundschreiben informieren.

Eine Gesamtübersicht über die Änderungen der Kapitel 1 bis 8 des OPS, welche sich von der Vorabversion zur Endversion des OPS ergeben haben, ist den beigefügten Auszügen aus der Differenzliste zu entnehmen (Anlage 2). Unter anderem wurde, wie in den Vorjahren, in der Endversion des OPS das Kapitel 6 um Kodes für die Applikation zusatzentgeltpflichtiger Medikamente erweitert und spezifische Kodes für NUB-Leistungen aufgenommen. Der Kode 8-711.00 „Atemunterstützung mit kontinuierlichem positiven Atemwegsdruck“ (CPAP) bei Neugeborenen (0. bis 28. Lebenstag) wurde um den Hinweis ergänzt, dass der Kode bei einer Atemunterstützung nach der Geburt nur dann anzugeben ist, wenn diese mindestens 30 Minuten lang durchgeführt wurde. Bei den OPS-Kodes für die Gabe von Prothrombinkomplex (bisher 8-810.f-) wurden die Dosisklassen geändert (8-812.5-).

Besonders beachtenswert ist die Überarbeitung des Kodebereiches 8-98b.- „Andere neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls“. Hier erfolgte eine Unterteilung der Kodes in Abhängigkeit von der Anwendung eines Telekonsildienstes (8-98b.0-, 8-98b.1-). Das ursprünglich beabsichtigte Vorhaben, telekonsiliarische Versorgungsstrukturen bei der Behandlung des akuten Schlaganfalls abzubilden, wird auf Grund zahlreicher darüber hinausgehender Änderungen sowie unpräziser Vorgaben in den neuen Kodes nicht erreicht. Die Überarbeitung der ursprünglichen sogenannten „stroke-unit-light“ -Kodes aus 8-98b hat durch die Vorgaben, dass jeder akute Schlaganfallpatient „umgehend“ von einem Facharzt für Neurologie untersucht werden muss und, dass ein Facharzt für Neurologie „umgehend am Krankenbett zur Verfügung“ stehen muss, zu einer deutlichen Verschärfung der Kodes geführt. Bisher wurde lediglich die kontinuierliche Einbindung des neurologischen Sachverstandes in das Team gefordert. Selbst der auch als „stroke-unit-heavy“ bezeichnete OPS-Kode 8-981 „Neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls“ sieht weder eine „umgehende“ Untersuchung eines jeden Schlaganfallpatienten durch einen Facharzt für Neurologie noch die „umgehende“ Verfügbarkeit eines solchen Facharztes am Krankenbett vor. Über den Zeitrahmen, auf den sich das Wort „umgehend“ bezieht, wird im OPS keine Aussage gemacht. Darüber hinaus wird in den neu geschaffenen „Telekonsil-Kodes“ gefordert, dass ein Facharzt für Neurologie „umgehend telemedizinisch am Krankenbett zur Verfügung steht“ sowie, dass die primäre neurologische Untersuchung „im Rahmen eines regionalen Netzwerkes durch einen Telekonsildienst einer überregionalen Stroke unit“ zu erfolgen hat. Was hierunter konkret zu verstehen ist, bleibt im Unklaren.

Aus unserer Sicht werden die Kodes aus 8-98b.- in dieser Form zu erheblichen Verständnisproblemen bei den Anwendern und Auseinandersetzungen vor Ort führen. Mit Blick auf eine mögliche Gefährdung der Existenz etablierter und anerkannter Schlaganfalleinheiten, insbesondere in Flächenländern, hat die DKG in der Arbeitsgruppe des KKG die dort vorgelegten Entwürfe kritisiert und Verschärfungen der Kodes aus 8-98b abgelehnt. Bedauerlicherweise ist das DIMDI unseren Empfehlungen nicht gefolgt. Wir bitten daher um Information, falls sich relevante Probleme vor Ort ergeben.

Die Systematik des amtlichen OPS 2011 als Referenzfassung im PDF-Format sowie die PDF-Versionen der Aktualisierungsliste und der Differenzliste zur Systematik werden im Downloadcenter des DIMDI kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle anderen Dateifassungen mit Ausnahme der Buchfassung ACII, welche nicht mehr angeboten wird sowie die Metadaten und die Überleitungstabelle sind kostenpflichtig im DIMDI Webshop erhältlich. Das alphabetische Verzeichnis zum OPS 2011 befindet sich in Vorbereitung und ist nach Fertigstellung ebenfalls im Downloadbereich des DIMDI verfügbar.

Kommentare des DIMDI zur Änderung des OPS 2011 liegen als Anlage 3 bei. Die endgültige Aktualisierungsliste wurde aufgrund ihres großen Umfanges nicht beigefügt, steht jedoch im Downloadcenter des DIMDI kostenlos zur Verfügung.