Nach § 4 der Vereinbarung zu den Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie und Psychosomatik gemäß § 17d KHG haben die Selbstverwaltungspartner eine jährliche Überprüfung und ggf. Anpassung der Kodierrichtlinien zur Berücksichtigung von Änderungen der klinischen Praxis und des medizinischen Fortschritts sowie zur Anpassung an den jeweiligen Entwicklungsstand des neuen Vergütungssystem vereinbart.

Im Ergebnis wurden in diesem Jahr lediglich geringfügige Modifikationen vorgenommen, dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass das neue Vergütungssystem in seinen Strukturen nach wie vor unbekannt ist. Zudem konnte nicht zu allen beratenen Themen ein Konsens herbeigeführt werden. Nachfolgend sind die Änderungen kurz dargestellt:

Zwei Beispiele in der DKR PD002 ((Hauptdiagnose: Zuweisung der zugrunde liegenden Krankheit bzw. Störung als Hauptdiagnose (Beispiel 3) und Schlüsselnummern aus Z03.0 bis Z03.9 Ärztliche Beobachtung und Beurteilung von Verdachtsfällen (Beispiel 6) wurden zum besseren Verständnis für die Anwender präzisiert. Die Kodierung wurde hierdurch nicht verändert, lediglich die Sachverhalte erfahren eine umfassendere Darstellung.

Zudem wurde eine neue Kodierrichtlinie (PP005: Multiple/Bilaterale Prozeduren) aufgenommen, um die Angabe des Bezugsdatums für in der Regel einmal pro Woche anzugebende Kodes (betroffen sind die Psych-Komplexkodes 9-60…9-63 und 9-65…9-68) zu vereinheitlichen. Hier wurde als Bezugsdatum für die jeweils zu kodierende Leistungsperiode (i. d. R. ist die Woche gemeint) der erste Tag der vom Kode bestimmten Periode gewählt. Dieser Anpassungsbedarf ergab sich aus den Regelungen zur Datenübermittlung nach § 301 SGB V, die die Angabe eines Bezugsdatums zum OPS fordert. Insofern dient die Aufnahme der Kodierrichtlinie der Verbesserung der Datenqualität. Der Pretest hatte hier Probleme aufgezeigt, so dass das InEK um entsprechende Änderung gebeten hatte.

Bei dem Studium der Kodierrichtlinie PP005 wird Ihnen auffallen, dass dort verwendete OPS-Kodes nicht in der amtlichen Fassung des OPS für das Jahr 2010 aufzufinden sind (z. B. die Kodes 9-614.0, 9-614.10). Andere Kodes wiederum werden den Eindruck erwecken, fehlerhaft kodiert zu sein (beispielsweise die Angabe des Kodes 9-605.1 für 3 Therapieeinheiten Arzt, im Rahmen der Regelbehandlung). Dies liegt daran, dass sich die Kodes bereits auf die OPS-Version 2011 beziehen.

Da der amtliche OPS für 2011 noch nicht veröffentlicht ist, war die Selbstverwaltung bei der Erstellung der DKR PP005 auf die Unterstützung des DIMDI angewiesen. Insbesondere bezüglich der Komplexkodes hatte es eine Reihe Änderungsvorschläge im Rahmen des Vorschlagsverfahrens zum OPS beim DIMDI gegeben, die Einfluss auf die Ausgestaltung der Kodes haben könnten. Insofern wurden auf Wunsch des Bundesministeriums für Gesundheit vom DIMDI notwendige Informationen zu den künftigen OPS-Ziffern vorab bereitgestellt, um das Beispiel sachgerecht formulieren zu können. Erst Ende Oktober, wenn der gültige OPS 2011 bekanntgegeben wird, können die Änderungen inhaltlich nachvollzogen werden. Es war ausdrücklicher Wunsch der Vertreter des BMG, der GKV und des InEK, die DKR-Psych trotz der dort vorgenommenen geringfügigen Änderungen noch vor der OPS-Bekanntmachung zu veröffentlichen.

Die korrekte Auswahl des Bezugsdatums sollte idealerweise softwaretechnisch unterstützt werden. Insofern empfiehlt es sich, frühzeitig mit den KIS-Anbietern Kontakt aufzunehmen, damit entsprechende Programmierungen vorgenommen werden können.

Im Vergleich zu 2010 erhöhte sich die Zahl der DKR-Psych in 2011 für Prozeduren von 7 auf 8, im Bereich der Krankheiten blieb die Zahl bei 10 unverändert, so dass insgesamt 18 Kodierrichtlinien für die Psychiatrie und die Psychosomatik gelten. Zudem erfolgte die Anpassung an die neue ICD-10-GM und den OPS für 2011.

In Analogie zu den Kodierrichtlinien für das DRG-System werden Änderungen in den Kodierrichtlinien gegenüber dem Vorjahr durch einen schwarzen Balken am rechten Rand gekennzeichnet. Darüber hinaus sind Kodierrichtlinien mit inhaltlichen Änderungen in der Version 2011 am Ende der 5-stelligen Grundnummer mit einem kleinen „b“ gekennzeichnet.