Bei der Überarbeitung der Kodierrichtlinien standen im Sinne einer einheitlichen Kodierung wie in den Vorjahren Klarstellungen im Vordergrund. Darüber hinaus erfolgten Anpassungen an die ICD-10-GM, den OPS sowie an das G-DRG-System 2011. Insbesondere wurden aufgrund der Änderungen der ICD-10-GM im Bereich der Leukämien und Lymphome einige Anpassungen notwenig. Wir berichteten bereits gesondert darüber.

Insgesamt wurden im Rahmen der DKR-Revison 7 Kodierrichtlinien überarbeitet. Relevante inhaltliche Änderungen sind im Originaldokument der Deutschen Kodierrichtlinien zur besseren Übersichtlichkeit wieder am Rand durch Markierungen (senkrechte Balken) gekennzeichnet. Einzelheiten zu allen Anpassungen mit einer kurzen Kommentierung können in gewohnter Weise dem Anhang B der Deutschen Kodierrichtlinien (Anlage) entnommen werden.

Im Folgenden werden einige relevante Änderungen näher erörtert:

- DKR P005 Multiple/Bilaterale Prozeduren
Aufnahme des neu in den OPS aufgenommenen Kodes 8-192 „Entfernung von erkranktem Gewebe an Haut- und Unterhaut ohne Anästhesie (im Rahmen eines Verbandswechsels) bei Vorliegen einer Wunde“ in die Tabelle von Leistungen, die lediglich einmal während des stationären Aufenthaltes zu kodieren sind. Hintergrund ist die künftige Differenzierung des OPS-Kodes in Eingriffe mit und ohne Anästhesie, um eine bessere Aufwandsabbildung zu erreichen. Diejenigen Eingriffe, die ohne Anästhesie durchgeführt werden, sollen nur noch einmal pro stationären Aufenthalt kodiert werden. Diese Vorgabe ist dem Hinweis des OPS zu entnehmen.

- DKR 0201 Neubildungen – Auswahl und Reihenfolge der Kodes
Bei Patienten mit (ausnahmsweise) unbekanntem Primärtumor, die primär zur systemischen Chemotherapie aufgenommen werden (sogenanntes CUP-Syndrom, Cancer of unknown primary site), ist künftig ein ICD-10-GM Kode aus C80.- „Bösartige Neubildung ohne Angabe der Lokalisation“ als Haupt- und die Metastase (C77.- bzw. C78.-) als Nebendiagnose zu verschlüsseln. In der derzeit gültigen Fassung der Kodierrichtlinie wäre die Metastase als Hauptdiagnose und das CUP-Syndrom als Nebendiagnose anzugeben.

- DKR 1525 Primär und sekundärer Kaiserschnitt
Es erfolgt die Ergänzung von zwei klarstellenden Beispielen, um Fragestellungen, die in der Praxis aufgetreten sind, zu begegnen. Probleme gab es insbesondere in solchen Fällen, in denen vor Einsetzen der Wehen ein Kaiserschnitt geplant war (z. B. aufgrund einer Beckenendlage des Kindes), diese aber zum geplanten Termin nicht durchgeführt wird (z. B. aufgrund eines vorzeitigen Blasensprunges). In Fällen, in denen sich keine zusätzlichen akuten Probleme hinsichtlich des Geburtsverlaufes ergeben, besteht das Problem, dass sowohl die Definition des primären Kaiserschnittes zutrifft, da die Entscheidung zu diesem Eingriff vor dem Einsetzen der Wehen getroffen wurde, als auch die Definition des sekundären Kaiserschnitts, da letzterer aufgrund des Geburtverlaufes erforderlich wurde, auch wenn es ursprünglich primär geplant war.