Wie ausgeführt, bestehen trotz einer engen Anlehnung der AKR an die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) einige inhaltliche Unterschiede zwischen diesen beiden Regelwerken. Darüber hinaus sind nach Rechtsauffassung der DKG neben den nach § 115b SGB V im Krankenhaus durchgeführten ambulanten Operationen und stationsersetzenden Eingriffen auch die ambulante Notfallversorgung im Krankenhaus vom Geltungsbereich der Ambulanten Kodierrichtlinien auszunehmen. Hiervon abweichend steht in der AKR-Version 2010, welche noch eine Anpassung erfahren soll, unter A01 „Grundregeln“, dass die ambulanten Kodierrichtlinien für alle Leistungen gelten, die ambulant und belegärztlich zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden. Ausgenommen sind lediglich die nach § 115b SGB V im Krankenhaus durchgeführten ambulanten Operationen und stationsersetzenden Eingriffe.

Mit Schreiben vom 21. April und vom 24. Juni 2010 baten wir die KBV, den GKV-Spitzenverband und das Institut des Bewertungsausschusses (InBA) um eine Klarstellung der Tatsache, dass die Ambulanten Kodierrichtlinien auch für ambulante Notfallversorgungen im Krankenhaus nicht gelten. Mittlerweile teilte uns das InBA im Auftrag der Partner Bundesmantelverträge mit, dass der Geltungsbereich der AKR seit Juli 2010 erneut beraten würde. Eine endgültige Stellungnahme inklusive ausführlicher Begründungen läge derzeit noch nicht vor, befände sich aber im Abstimmungsprozess. Unsere oben genannten Schreiben würden sobald wie möglich fundiert beantwortet (Anlage).

Unabhängig vom Geltungsbereich ist einschlägigen Medien zu entnehmen, dass die AKR zunehmend auf Kritik stoßen und deren Einführung auch auf KV-Ebene nicht unumstritten ist. An dem bundesweiten Inkrafttreten ab 1. Januar 2011, möglicherweise in einer leicht modifizierten Version, hat sich nach den vorliegenden Informationen jedoch nichts geändert.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die DKG nicht in die Entwicklung und Beratung der AKR eingebunden ist.