Nach dem in den ersten Jahren der Überarbeitung eine zügige Verschlankung der komplexen Kodierrichtlinien im Vordergrund stand, konnten im jetzigen Revisionsverfahren weitere Klarstellungen vorgenommen und zusätzlich einzelne DKR gestrichen werden. Insgesamt sollen die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) eine einheitliche Kodierung und somit eine sachgerechte Eingruppierung der Fälle innerhalb des G-DRG-Systems fördern und Abrechnungsschwierigkeiten zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen mindern. Weitere Anpassungen aufgrund von Änderungen der medizinischen Klassifikationen (ICD-10-GM sowie OPS) in den Versionen 2008 wurden ebenfalls umgesetzt.

Beispielsweise wurde in der DKR 1806g (Schmerzdiagnosen und Schmerzbehandlungsverfahren) klargestellt, dass die zugrundeliegende Erkrankung für den Schmerz analog zur DKR D002 Hauptdiagnose entsprechend des Absatzes "Zuweisung eines Symptoms als Hauptdiagnose" als Nebendiagnose zu kodieren ist.

Weitere Beispiele sind 2 Anpassungen der Tabelle 2 (mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnete Kategorien / Kodes, die bei Vorliegen bestimmter Diagnosen obligatorisch anzugeben sind (nicht optional)) in der DKR D012f Mehrfachkodierungen, auf die wir gesondert hinweisen möchten.

Auf Bitten des Bundesministeriums für Gesundheit wurde der ICD-10-GM Sekundärschlüssel U69.10! (Anderenorts klassifizierte Krankheit, für die der Verdacht besteht, dass sie Folge einer medizinisch nicht indizierten ästhetischen Operation, einer Tätowierung oder eines Piercings ist) in die ICD-10 für 2008 aufgenommen. Dies soll zur Umsetzung des mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) neu in das Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) eingeführten Absatz 2 des § 52 "Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden" beitragen. Dieser Paragraph besagt, dass die Krankenkassen die Versicherten an den Kosten zu beteiligen haben, wenn der Versicherte sich eine Krankheit durch eine medizinisch nicht indizierte Maßnahme wie eine ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing zugezogen hat. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Deutschen Kodierrichtlinien 2008 können die Krankenhäuser aus datenschutzrechtlichen Gründen zu einer Datenübermittlung des Kodes U69.10! (noch) nicht verpflichtet werden. Eine künftige verpflichtende Anwendung des Diagnoseschlüssels durch Krankenhäuser setzt die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage durch den Gesetzgeber voraus. Der Kode wird dennoch in die Tabelle 2 aufgenommen, da nach Informationen des BMG kurzfristig mit einer entsprechenden Regelung zu rechnen ist. Um dies klarzustellen wurde der Kode U69.10! mit der folgenden Fußnote versehen:
"Der Kode U69.10! ist erst nach Inkrafttreten einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage zur verpflichtenden Datenübermittlung der Krankenhäuser an die Krankenkassen verbindlich anzugeben".

Des weiteren wurde in die gleiche Tabelle der Sekundärschlüssel U69.00! (Anderenorts klassifizierte, im Krankenhaus erworbene Pneumonie bei Patienten von 18 Jahren und älter) aufgenommen, der auf Antrag der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) in die ICD-10-GM 2008 eingepflegt wurde. Der Hinweistext des ICD-Kodes erläutert die Anwendung. Hiernach ist die Schlüsselnummern nur von Krankenhäusern, die zur externen Qualitätssicherung nach § 137 SGB verpflichtet sind, für vollstationäre Fälle anzugeben. Diese Schlüsselnummer soll als Abgrenzungskriterium zu ambulant erworbenen Pneumonien dienen, die seit dem Jahr 2005 gemäß Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses für zugelassene Krankenhäuser im Rahmen der externen Qualitätssicherung zu dokumentieren sind.

Die einzelnen Änderungen können mit einer kurzen Kommentierung in gewohnter Weise dem Anhang B der Deutschen Kodierrichtlinien entnommen werden.

Darüber hinaus sind im Originaldokument zur besseren Übersichtlichkeit die relevanten inhaltlichen Änderungen im Vergleich zur Vorversion wieder am  Rand durch Markierung (senkrechte Balken) gekennzeichnet.

Auf den Homepages des InEK (www.g-drg.de) sowie der DKG stehen die Deutschen Kodierrichtlinien als PDF-Dateien in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung.
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