Darüber hinaus stehen eine Aktualisierungsliste (Anlage 2) mit den Änderungen der Version 2008 gegenüber der Version 2007 (PDF-Datei), die Dateien für Datenbanken (Metadaten) sowie eine Überleitungstabelle im Downloadcenter Klassifikationen kostenlos zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass es sich um eine vorläufige Fassung handelt, die noch geändert werden kann.

Es erfolgten im Wesentlichen Änderungen, die sich aus dem jährlichen Revisionsverfahren der WHO und dem Vorschlagsverfahren für das Jahr 2008, in das verschiedene Fachgesellschaften und Verbände ihre Vorschläge eingebracht haben, ergeben haben. Darüber hinaus erfolgten auch rein redaktionelle Änderungen.

Insbesondere möchten wir Sie an dieser Stelle auf die neue Schlüsselkategorie U69 (Sonstige sekundäre Schlüsselnummern für besondere Zwecke) hinweisen. Mit dem neuen Kode U69.00! (Anderenorts klassifizierte, im Krankenhaus erworbene Pneumonie bei Patienten von 18 Jahren und älter) soll die Abgrenzung zwischen einer im Krankenhaus erworbenen und ambulant erworbenen Pneumonie ermöglicht werden. Seit dem Jahr 2005 ist auf Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses in der Besetzung nach § 91 Abs. 7 SGB V zu Maßnahmen der Qualitätssicherung für zugelassene Krankenhäuser (Vereinbarung über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern) die ambulant erworbene Pneumonie von den Krankenhäusern zu dokumentieren. Die spezifische Darstellung der ambulant erworbenen Pneumonie ist durch die Listen der Ein- und/oder Ausschlusskriterien der BQS-Spezifikation für die Qualitätssicherungs-Filtersoftware definiert. Um dieses Verfahren operationalisierbarer zu machen, wird nun auf Antrag der BQS der genannte Kode eingeführt. Diese Schlüsselnummer ist daher nur von Krankenhäusern, die zur externen Qualitätssicherung nach § 137 SGB V verpflichtet sind, für vollstationäre Fälle anzugeben. Im Hinweistext wird die erworbene Pneumonie als eine Pneumonie definiert, deren Symptome und Befunde die CDC-Kriterien (Centers for Disease Control, USA) erfüllen und frühestens 48 Stunden nach Aufnahme in ein Krankenhaus auftreten oder sich innerhalb von 28 Tagen nach Entlassung aus einem Krankenhaus manifestieren. Ebenso wird dargelegt, dass die Einstufung als im Krankenhaus erworbene Pneumonie nicht automatisch bedeutet, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der medizinischen Behandlung und dem Auftreten der Infektion existiert und dieses auch kein Synonym für ärztliches oder pflegerisches Verschulden ist. Darüber hinaus wurde bei allen in der Einschlussliste der BQS-Spezifikation genannten Pneumonieschlüsseln ein entsprechender Hinweistext eingefügt.

Im Folgenden werden beispielhaft weitere Änderungen aufgeführt:

• Differenzierung des Kodes für Sonstige Zytomegalie (B25.8-)

• Differenzierung des Kodes für Störungen des Kalziumstoffwechsels (E83.5-) mit Einführung eines Kodes für die Kalziphylaxie (E83.50) als Marker für Patienten mit diesem vielseitigen Krankheitsbild, wobei die individuellen Manifestationen zusätzlich kodiert werden sollten

• Klarstellung beim Kode für Zerebrale transitorische Ischämie und verwandte Syndrome (G45.-), dass ein in der Bildgebung nachgewiesener, korrelierender Infarkt mit Hirninfarkt (I63.-) kodiert wird

• Zuordnung Arrosion und Ulkus von Arterien und Arteriolen jetzt nicht mehr zu Arterienruptur ((I77.2), sondern zu Sonstige näher bezeichnete Krankheiten der Arterien und Arteriolen (I77.8) aufgrund einer WHO-Änderung

• Klarstellung, wie bei der Alkoholischen Leberkrankheit (K70.-) und Toxischen Leberkrankheit (K71.-) der Schweregrad der hepatischen Enzephalopathie kodiert wird

• Differenzierung des Kodes für Priapismus (N48.3-)

• Differenzierung des Kodes für Sonstige angeborene Fehlbildungen der Herzsepten (Q21.8-)

Über die Veröffentlichung der endgültigen amtlichen Fassung der ICD-10-GM für das Jahr 2008 durch das DIMDI werden wir Sie rechtzeitig informieren.