1) Deutsche Kodierrichtlinien

Das primäre Ziel bei der Überarbeitung der Deutschen Kodierrichtlinien war, die im letzten Jahr begonnene Verschlankung der DKR fortzusetzen. Darüber hinaus erfolgte eine Reihe von Klarstellungen und Änderungen, die einerseits der einheitlichen Kodierung in den Krankenhäusern und andererseits der Verminderung von Abrechnungsstreitigkeiten mit den Krankenkassen dienen sollen.

Beispielsweise wurde in der DKR 0201e "Auswahl und Reihenfolge der Kodes" festgelegt, dass auch bei Aufnahme des Patienten zur primär systemischen Strahlentherapie (Radiojodtherapie, Ganzkörperbestrahlung) des Primärtumors und/oder der Metastasen das primäre Malignom als Hauptdiagnose zuzuweisen ist. Diese Regelung lehnt sich an analoge Vorgaben für die systemische Chemotherapie an, die auf eine einheitliche Kodierung und somit Kalkulation abzielt. Die im Klammerzusatz aufgeführten Strahlentherapien stellen eine abschließende Liste dar. Sofern weitere relevante systemische Strahlentherapien oder innovative Verfahren etabliert werden, ist mit Blick auf deren Aufwand jährlich erneut über die Erweiterung der in der Klammer beschriebenen Verfahren zu diskutieren.

Darüber hinaus wurde beispielsweise in der Einleitung klargestellt, dass die Deutschen Kodierrichtlinien sich aus Gründen der Übersichtlichkeit zumeist auf einen durchgängigen stationären Aufenthalt beziehen, obwohl der dort beschriebene stationäre Aufenthalt nicht zwingend einem Abrechnungsfall gemäß Abrechnungsbestimmungen entsprechen muss. Hieraus folgt, dass bei der Zusammenführung mehrerer Krankenhausaufenthalte zu einem Abrechnungsfall bzw. bei der Einbeziehung vor- oder nachstationärer Leistungen sämtliche Diagnosen und Prozeduren auf den gesamten Abrechnungsfall zu beziehen sind. Dies kann gegebenenfalls zur Folge haben, dass mehrere Prozeduren unter Addition der jeweiligen Mengenangaben zu einer Prozedur zusammen zu führen sind. Diese Klarstellung wurde insbesondere deshalb vorgenommen, weil die GKV in der Vergangenheit bei der Abrechnung von Krankenhausleistungen isoliert die P012d "Prozeduren, unterschieden auf der Basis von Größe, Zeit oder Anzahl" diesbezüglich falsch auslegte. Dies war insofern verwunderlich, als dass die Kodierrichtlinien nie den Abrechnungsfall näher definierten, sondern aus Gründen der Übersichtlichkeit sich in fast allen Beispielen und Texten ausschließlich auf einen durchgängigen stationären Aufenthalt beziehen. Die Zusammenführung unterschiedlicher Aufenthalte zu einem Abrechnungsfall oder die Berücksichtigung beispielsweise von vorstationären Leistungen ist nach wie vor den Abrechnungsbestimmungen zu entnehmen. Die vollständige Angabe der Diagnosen und Prozeduren für die Abrechnung kann sich nur aus ihnen erschließen, da der Arzt bei der Kodierung einzelner Aufenthalte zumeist noch keine Kenntnis über mögliche Folgeaufenthalte besitzt, die mit einer Fallzusammenführung einhergehen können.

Die einzelnen Änderungen zu den DKR können in gewohnter Weise dem Anhang B entnommen werden.

Die Kodierrichtlinien werden aufgrund der späten Bekanntgabe des vorläufigen OPS 2006 erst zum 20.09.2005 als gültiges Gesamtdokument auf der Homepage des InEK bereitgestellt. Sofern aufgrund nachfolgender OPS-Änderungen ergänzende Anpassungen in den DKR erforderlich werden, werden wir zeitnah informieren.


2. OPS Version 2006, 1. Entwurf

Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat zum 13.09.2005 eine vorläufige Fassung des OPS 2006 mit Erweiterungskatalog als "Vorabversion" auf seinen Internetseiten zur Verfügung gestellt (www.dimdi.de (unter der Rubrik "Klassifikationen")). Veröffentlicht wurden Vorabversionen der datenbanklesbaren Dateien (Metadaten), der Aktualisierungsliste und eine Überleitungstabelle. Die abschließend für 2006 gültigen Versionen werden so schnell wie möglich, dann zusätzlich mit dem alphabetischen Verzeichnis zum OPS 2006, veröffentlicht. Änderungen können sich bis dahin noch ergeben.

In diesem Zusammenhang möchten wir bereits vorab darauf hinweisen, dass mit dem neuen OPS-Kode 8-553 (Teilstationäre geriatrisch-frührehabilitative Behandlung) erstmalig ein Kode zur Kodierung teilstationärer Leistungen bereitgestellt wird. Dieser Kode soll künftig die bessere Kalkulation teilstationärer geriatrischer Leistungen ermöglichen. Ausführlichere Hinweise zur Anpassung des OPS werden in einem gesonderten Schreiben erfolgen.