Zwei bis vier Wochen nach Fertigstellung des G-DRG-Systems für 2006 werden jeweils die endgültigen Versionen veröffentlicht.

Die Geschäftsstelle nimmt diesen zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) und DIMDI abgestimmten Zeitplan mit großer Sorge zur Kenntnis. Mehrfach wurde in Gesprächen mit Vertretern des BMGS sowie des DIMDI auf eine frühere Umsetzung gedrängt. Bereits am 13. April 2005 fand im BMGS zu dieser Thematik eine Anhörung statt, in der die Mehrheit der betroffenen Interessensvertreter zum Ausdruck gebracht hatten, dass eine frühe Vorab-Sommerversion des ICD und OPS inklusive Überleitungstabellen für die Entwicklung zahlreicher in Verbindung mit diesen Klassifikationen stehenden Folgeprodukten erforderlich ist (z.B. Deutsche Kodierrichtlinien, Qualitätssicherung der BQS, Katalog nach § 115 b SGB V, EBM zur ambulanten Abrechnung). Diese sollte nach Möglichkeit bereits sämtliche relevanten Änderungen enthalten. Lediglich für einzelne Fragestellungen im Zusammenhang mit dem DRG-System sollten dann noch Änderungen für die Abschlussversion anfallen. Die Notwendigkeit, die gültige Fassung der Klassifikationen zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen, wurde bisherigen Erfahrungen zu Folge gesehen, um erforderlichen Änderungen bei der G-DRG-System-Weiterentwicklung auch kurzfristig noch begegnen zu können. Höchste Priorität hatte somit eine, wenn auch nicht ganz vollständige Fassung Mitte August, um die umfangreichen Folgeaufgaben fristgerecht aufzunehmen und die genannten Produkte den Krankenhäusern zeitgerecht zur Verfügung stellen zu können. Angemessene Vorlaufzeiten, beispielsweise für Schulungen des Personals sollten hierdurch ermöglicht werden. Die DKG befürchtet nunmehr Verzögerungen bei den Verhandlungen (z. B. zum Katalog § 115 b SGB V sowie den Deutschen Kodierrichtlinien), die sich abschließend auf die Krankenhäuser auswirken können.

Die DKG hat gegenüber dem BMGS nochmals den Bedarf für eine frühere Version sowie das Missfallen über den jetzt vorgelegten Zeitplan dargelegt und wie bereits mehrfach erfolgt, darauf hingewiesen, dass mit der Einführung eines komplexen pauschalierenden Vergütungssystems erheblich höhere Anforderungen an eine fristgerechte und qualifizierte Weiterentwicklung der medizinischen Klassifikationen gestellt werden. Sofern sich neue Aspekte ergeben, werden wir zeitnah informieren.