Die Überarbeitung der Klassifikationen wurde aufgrund der Anpassung des G-DRG-Systems notwendig und soll differenziertere Möglichkeiten der Kodierung von Diagnosen und Prozeduren erlauben (die zur Zeit im Internet zugängliche G-DRG-Entwurfsversion 2004 ist noch nicht die abschließend gültige).

Zukünftig werden die Klassifikationen das erste Jahr ihrer Gültigkeit als Versionskennung im Namen tragen.

Diagnoseklassifikationen:

Die ICD-10-GM 2004 (GM steht hier für "German Modifikation") gilt zukünftig sowohl für die ambulante al auch die stationäre Versorgung sowie auch für die Belange der Rentenversicherungen. In ihr sind 12.982 terminale Kodes enthalten (Vorgängerversion 12.402 Kodes).

Neu eingefügt wurde das Kapitel XXIII (U00 - U99, Schlüsselnummern für besondere Zwecke) in dem Krankheiten, deren Ätiologie noch nicht gesichert ist sowie Schlüsselnummern für aktuelle epidemiologische Zwecke aufgeführt sind. Darüber hinaus ist es nun möglich, Infektionserreger mit Resistenzen zu kodieren sowie Funktionseinschränkungen mit ICD-Kodes zu beschreiben. Es wurden insbesondere Veränderungen der WHO eingearbeitet sowie weitere Klarstellungen und Differenzierungen, die unter dem Aspekt der Anpassung des DRG-Systems notwendig erschienen. Beispielhaft seien hier nur erwähnt: die Möglichkeit der Verschlüsselung einer Immunkompromittierung nach medizinischen Maßnahmen; die Überarbeitung der arteriellen Hypertonie, Koronarsklerose und des alten Myokardinfarktes; die Neueinteilung der Schwangerschaftsdauer; eine Neueinteilung des Schweregrades bei Frakturen und Luxationen nach dem Ausmaß des Weichteilschadens.

Dieser Version entsprechend gibt es jetzt einen gemeinsamen ICD-10-Diagnosenthesaurus (ambulante und stationäre Behandlung), der das dazugehörige alphabetische Verzeichnis zur ICD-10-GM darstellt. Überleitungstabellen zwischen den Versionen werden vom DIMDI zur Verfügung gestellt.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Umgang mit den Zusatzkennzeichen, die im ambulanten Versorgungsbereich bisher galten, vom BMGS noch nicht festgelegt ist. Vor diesem Hintergrund sind mögliche Änderungen nicht auszuschließen. Wir bitten Sie daher, die Hinweise in der im Bundesanzeiger noch zu veröffentlichenden rechtsgültigen Version zu beachten.

Prozedurenklassifikation:

Der amtliche Katalog OPS-301 Version 2004 enthält jetzt 22.310 endstellige Kodes (Vorgängerversion 23.825 Kodes). Der erstmals im Jahr 2003 eingeführte nichtamtlich erweiterte OPS wird in der für das Jahr 2004 gültigen Version 468 Kodes enthalten. Die Überarbeitung der Prozedurenklassifikationen wurde ebenfalls aufgrund der Anpassung des DRG-Systems an deutsche Verhältnisse notwendig. Eine Verschlankung hat stattgefunden überwiegend durch die Reduzierung von Resteklassen. Im Weiteren wurden neue Kodes eingeführt und bestehende differenziert, um auch hier eine bessere Abbildung der Leistungen zu ermöglichen. Beispielhaft seien hier aufgeführt: der Bereich der Operationen an den Augenmuskeln, der völlig neu gestaltet wurde; die komplette Neugestaltung der Chemotheapiekodes; der deutlich höhere Differenzierungsgrad der Beatmungskodes, die Überarbeitung der Frührehabilitationskodes.

Erstmals gibt es ein alphabetisches Verzeichnis zum OPS-301 Version 2004, das alle Prozeduren des amtlichen OPS-301 enthält und ca. 56.000 Einträge aufweist.

Wir weisen darauf hin, dass weiterhin die amtliche OPS-301 Version 2004 zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben dient und somit der abrechnungsrelevante Katalog ist. 

Alle Klassifikationen, der neue Diagnosenthesaurus sowie das alphabetische Verzeichnis zum OPS-301 sind im Downloadbereich des DIMDI (www.dimdi.de) abrufbar. Wir möchten darauf hinweisen, dass das DIMDI am 11.09.2003 Hinweise auf Fehler bzw. Korrekturen von Fehlern veröffentlicht hat, die sich leider unter dem enormen Zeitdruck vor der Freigabe der neuen Klassifikation in die Dateien eingeschlichen hatten.