Es wäre dann die Komplikation oder Folge als Hauptdiagnose anzugeben und der Tumor als Nebendiagnose. Der Antrag bezieht sich insbesondere auf einen Text aus der DKR 0201, der die Festlegung des Tumors als Hauptdiagnose, insbesondere für jeden Krankenhausaufenthalt zur Behandlung der bösartigen Neubildung sowie zu notwendigen Folgebehandlungen und zur Diagnostik vorsieht, bis die Behandlung endgültig abgeschlossen ist. Der GKV-SV vertrat die Auffassung, dass die ausschließliche Behandlung von (Tumor-)Therapiefolgen nicht als notwendige Folgebehandlungen der bösartigen Neubildung im Sinne des nachfolgenden Textes aus der DKR 0201 aufzufassen sei.

„Der Malignom-Kode ist als Hauptdiagnose für jeden Krankenhausaufenthalt zur Behandlung der bösartigen Neubildung und zu notwendigen Folgebehandlungen (z.B. Operationen, Chemo-/Strahlentherapie, sonstige Therapie) (siehe Beispiel 2) sowie zur Diagnostik (z.B. Staging) (siehe Beispiel 3) anzugeben, bis die Behandlung endgültig abgeschlossen ist, also auch bei den stationären Aufenthalten, die beispielsweise auf die chirurgische Entfernung eines Malignoms folgen. Denn obwohl das Malignom operativ entfernt worden ist, wird der Patient nach wie vor wegen des Malignoms behandelt. War der Aufnahmegrund weder die maligne Erkrankung noch die Chemo-/Strahlentherapie, so ist die Hauptdiagnose gemäß DKR D002 Hauptdiagnose (Seite 4) zu wählen.“

Die DKG hat die Position des GKV-SV nicht geteilt und daher den Antrag abgelehnt und im Gegenzug die Feststellung einer Auslegungsregel zur DKR 0201 beantragt, wonach die Versorgung von Komplikationen oder Folgen einer Tumortherapie auch als Folgebehandlung der bösartigen Neubildung gemäß DKR 0201 gelten soll.

In der Verhandlung konnte trotz sehr langer und kontroverser Diskussion kein Konsens der Vertragspartner erreicht werden, so dass letztendlich über einen Antrag der Unparteiischen mehrheitlich abgestimmt wurde. Das Ergebnis lautet wie folgt:

1.    Wird bei einem Patienten - mit zum Zeitpunkt der Aufnahme bekannten Malignom und bevor die Malignom-Behandlung endgültig abgeschlossen ist - während des stationären Aufenthaltes ausschließlich eine einzelne Erkrankung (oder Komplikation) als Folge einer Tumortherapie oder eines Tumors behandelt, wird in diesem Fall die behandelte Erkrankung als Hauptdiagnose angegeben und der Tumor als Nebendiagnose.

Hiervon ausgenommen sind solche Fälle, bei denen weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen im direkten Zusammenhang mit der Tumorerkrankung durchgeführt werden.

Da im Rahmen der Verhandlungen bzgl. der Interpretation einzelner Worte (z. B. Tumorerkrankung) im Beschluss auf die Begründung verwiesen wurde und diese mit Fertigstellung dieses Schreibens noch nicht in der gültigen Fassung vorliegt, möchten wir zum jetzigen Zeitpunkt davon absehen, den Beschluss weiter zu interpretieren. Dies wird urlaubsbedingt in einem gesonderten Schreiben erfolgen. Wir bitten Sie daher, den Beschluss zunächst zur Kenntnis zu nehmen.